Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 21. August 2012

Neubau der Wesloer Brücke begonnen

Starke Korrosionsschäden – Sanierung wäre unwirtschaftlich

Lübecks Bausenator Franz-Peter Boden hat am vergangenen Dienstag den Spatenstich für den Ersatzneubau der Wesloer Brücke gesetzt. Die heutige Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1955 weist erhebliche Korrosionsschäden auf. Eine Sanierung wäre unwirtschaftlich, so dass nun ein Neubau an gleicher Stelle errichtet wird.

Damit der Verkehr – täglich rund 18.600 Kraftfahrzeuge und 500 Radfahrer - während der knapp einjährigen Bauphase weiterhin die Wesloer Landstraße befahren kann, wird eine Behelfsbrücke neben der jetzigen gebaut. Die neue Brücke soll Ende Juli 2013 fertig sein. Anschließend wird die Behelfsbrücke zurückgebaut. Die Gesamtkosten betragen rund 2,2 Millionen Euro.

Der Ersatzneubau der Straßenbrücke Wesloe ist die erste Baumaßnahme, die aus dem Sonderinvestitionsprogramm Brücken (SIP) finanziert wird. Dieses Programm wurde auf Grund des 2008 erarbeiteten Zustandsberichtes der Lübecker Brücken und Infrastrukturbauwerke ins Leben gerufen. Durch die in regelmäßigen Abständen durchgeführten Brückenprüfungen waren die Schäden und auch die Schadenserweiterungen zu erkennen. Schnelles Handeln war nötig. Durchgeführte Untersuchungen ergaben, dass die Spannstähle gefährdet für Spannungsrisskorrosion (SpRK) sind. „Die Brücke ist einsturzgefährdet“, sagte Bausenator Franz-Peter Boden am Dienstag.

Die neue Brücke wird deutlich kürzer als die jetzige sein. Die Gesamtlänge beträgt etwa zehn Meter. Durch die geringe Stützweite ist es möglich, das Brückenbauwerk als einfache Stahlbetonkonstruktionen ohne aufwändige Einbauteile wie Lager und kostenintensive Fahrbahnübergangskonstruktionen zu errichen. Sie sind günstiger herzustellen und auch die Unterhaltungskosten sind niedriger. Die neue Brückenbreite beträgt künftig 13,75 Meter. Dabei wird die Fahrbahn von derzeit sieben auf 7,50 Meter verbreitert. Der nördliche Fußweg behält die Gesamtbreite von 2,50 Meter, der südliche Fußweg wird auf 3,70 Meter verbreitert.

Zu Beginn der Baumaßnahme wurden im Waldstück südlich der bestehenden Brücke Anfang 2012 einige Bäume gefällt, um auf dieser Fläche die Behelfsbrücke errichten zu können. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme wird das Waldstück mit standortgerechten Bäumen und einer Komplettierung des Waldrandes mit heimischen Waldrandsträuchern wieder aufgeforstet. Dies wird in der ersten Pflanzperiode nach dem Abschluss der Bauarbeiten, voraussichtlich Ende 2013, erfolgen.

Die erste Wesloer Brücke wurde 1919 als Holzkonstruktion für rund 16.000 Mark über die Hafenbahn errichtet. Die noch heute sichtbaren Widerlager zeugen von der ursprünglichen Straßenführung. Sie können aber nicht mehr genutzt werden. Die künftige Behelfsumfahrung wird den alten Straßenverlauf in etwa wieder aufnehmen. Im Zuge der Begradigung der Wesloer Landstraße war eine neue Brücke erforderlich, das heutige Bestandsbauwerk. Die 1955 erbaute Spannbetonbrücke ist ein 3-Feld-Bauwerk mit einer Gesamtlänge von 31 Metern, und einer Breite von 12 Metern. Die Kosten beliefen sich damals auf rund 100.000 Mark.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de