Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 21. August 2012

100 Jahre: Die Klinik für Psychiatrie feiert

Zahlreiche Veranstaltungen geplant – Berühmter Patient: Friedrich Mann

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uni-Klinik Campus Lübeck wird 100 Jahre alt und begeht dieses Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen. Die Gebäude prägen noch heute das Bild der Universität. Und es gab auch berühmte Patienten, zum Beispiel Friedrich Mann, der Vorbild für die Figur Christian Buddenbrook war.

Am 29. August befasst sich ein Symposium mit der Geschichte und Architektur der Klinik, mit der Geschichte der stationären psychiatrischen Krankenversorgung in Lübeck und mit einem berühmten Patienten, Friedrich Mann. Er lieferte das Vorbild für Thomas Manns literarische Figur Christian Buddenbrook.

Am 1. September sind alle Mitarbeiter, Patienten, Besucher und Freunde der Klinik in der Zeit von 11 bis 18 Uhr zu einem großen Sommer- und Familienfest auf dem Gelände der Klinik und im Alten Kesselhaus eingeladen. Die Gäste erwartet ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Live-Musik, Flohmarkt und Tombola. Wer möchte, kann an einem Rundgang über das Klinikgelände teilnehmen und sich über die verschiedenen Stationen und Therapieangebote der Klinik informieren.

Am 15. August wurde eine Ausstellung mit historischen Fotografien aus der Bauphase der Klinik sowie aus verschiedenen Phasen des beruflichen und akademischen Lebens am Campus Lübeck im Alten Kesselhaus eröffnet. Die Ausstellung wird präsentiert vom Förderverein Sozialpsychiatrie.

Im Jahr 1912 wurde die Heilanstalt Strecknitz als Psychiatrische Klinik der Hansestadt Lübeck eröffnet. Der Architekt Carl Mühlenpfordt hatte die Anlage entlang einer senkrecht zur Ratzeburger Alle verlaufenden Achse geplant. Sie umfasste elf symmetrisch angeordnete Hauptgebäude und einen 37 Meter hohen Wasser-, Glocken- und Uhrenturm. Die ein- bis dreigeschossigen weißen Putzbauten im neobarocken Stil prägen noch heute ganz entscheidend das Bild des Lübecker Campus. Die Heilanstalt gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den modernsten ihrer Art.

1941 lösten die Nationalsozialisten die Heilanstalt auf. 605 der Patienten wurden deportiert, 80 Patienten konnten gerettet werden. Nach dem Krieg erfolgte die Umwandlung der Gebäude zum Städtischen Krankenhaus Ost, in dem wieder eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie eingerichtet wurde. Nach und nach zogen weitere medizinische Disziplinen auf das Gelände. Es entstanden die Medizinische Akademie und die Medizinische Hochschule Lübeck, aus der sich die heutige Universität zu Lübeck und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, entwickelten.

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