Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 28. August 2012

Feuer und Flamme für Schlutups Markt

Ministerpräsident Albig kommt am Sonntag zum Stadtteilfest

Die Schlutuper haben Ende August ihren neuen Marktplatz eingeweiht. Am kommenden Sonntag feiert der Stadtteil an der Trave mit Ministerpräsident Torsten Albig die offizielle Präsentation eines weiteren Stadtteil-Exponates, das im Rahmen der „Stadt der Wissenschaft“ auf dem Schlutuper Markt entsteht. Dort, wo vor Wochen noch alte Straßenbahnschienen aus dem Asphalt ragten, erstrahlen über 700 Quadratmeter geschliffenes Kopfsteinpflaster. „Es sah schlimm hier aus. Die alte Bushaltestelle war völlig verfallen“, erinnert sich Achim März. Der Sprecher der „Schlutuper Runde“, ein Zusammenschluss von über 20 Vereinen und Initiativen, hat die Kräfte des Stadtteils gebündelt und zahlreiche Unternehmen und zwei Lübecker Stiftungen für das Projekt gewonnen.

Rund 200.000 Euro kostet der neue Markt. 100.000 Euro gibt die Possehlstiftung. Weitere 44.000 Euro die Sparkassenstiftung. Über 35.000 Euro haben die Schlutuper bei ihren Festen 2010/2011 in Eigenregie eingesammelt. Und 6.000 Euro investiert das Wissenschaftsmanagement der Stadt Lübeck in ein interaktives Exponat, das am Sonntag im Beisein von Ministerpräsident Torsten Albig beim dritten Schlutuper Marktfest eingeweiht wird. Albig lobt die gelungene Bürgerbeteiligung im Rahmen der Stadt der Wissenschaft: „Die Lebensqualität von Regionen hängt entscheidend von den Verwirklichungschancen der hier lebenden Menschen ab. Lübeck hat das erkannt und fragt das Bürgerwissen nach. Die Begegnung der Hansetradition mit Wissenschaft ist ein Bündnis für die Zukunft Lübecks“, sagt Ministerpräsident Torsten Albig.

Der schicke Granit über den die Schlutuper künftig schlendern können, stammt aus Lübecks Innenstadt. Die alten Pflastersteine, so Achim März, hätten auf einem Bauhof gelegen. Aufgearbeitet, „geschnitten und geflammt“, wie Bauwerker Tony Mühtz (33) das fachmännisch nennt, geben sie dem Platz das Flair einer Piazza.

Für die schönen Steine gibt‘s Applaus von den Schlutupern. Auch Rentner Peter Biedermann ist zum Richtfest auf den neuen Markt gekommen. „Als aktiver Bürger ist das doch eine Ehrensache“, sagt der 75-Jährige, der Mitglied in vier Schlutuper Vereinen ist. Dreh- und Angelpunkt von Schlutups neuer Mitte ist aber der „Wellenlauf“ - eine bewegliche Stahl-Skulptur, die der Künstler Winni Schaak, passend zum Thema „Nautik&Optik“ für den Stadtteil entworfen hat. Unter dem Motto „Hanse trifft Humboldt“ werden bis Ende November zehn interaktive Exponate im Lübecker Stadtgebiet aufgestellt. Hier an der Trave, so Achim März, sei es gar nicht so leicht gewesen, sich für ein passendes Exponat zu entscheiden. Katalog-Vorschlägen standen die Schlutuper eher „kopfschüttelnd und mit verschränkten Armen“ gegenüber.

In der „Schlutuper Runde“ sei dann die Idee entstanden, den ansässigen Künstler Winni Schaak mit der Aufgabe zu beauftragen. „Schaak wollte gleich so etwas wie einen kardanischen Kompass bauen, der die Verbindung zum lokalen Thema Nautik&Optik schlägt“, sagt März.

Mittlerweile ist aus der Kompass-Idee eine 500 Kilo schwere Stahl-Skulptur geworden. Die Skulptur, die drehbar auf einer Windrose gelagert wird, erinnert beim ersten Blick an Wellen. „Wellenkämme, die gegeneinander arbeiten, wie auf der Trave“ sagt Schaak und ergänzt, dass der Betrachter je nach Perspektive andere Bilder in dem „Wellenlauf“ wahrnehmen könne - ein Segel, eine Welle, den Bug eines Schiffes. All diese Eindrücke können die Schlutuper schon bald trockenen Fußes auf ihrem Markt erleben.

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