Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 25. September 2012

Mit neuer Kraft voraus

Die Stadtwerke Lübeck ersetzen an zwei Standorten die Windenergieanlagen der ersten Generation

Lübecks Energiezukunft steht auf festem Grund: Die Betonfundamente für die neuen Windenergieanlagen in Ivendorf und Pöppendorf liegen vertrauenswürdige dreieinhalb Meter tief im Boden. Damit sind sie stark genug für eine wichtige Säule der grünen Energieversorgung für Lübeck. „Die Windkraft wird in der eigenen örtlichen Energieproduktion der Stadtwerke Lübeck eine bedeutende Rolle spielen“, sagt Stadtwerke-Projektleiter Jens Kaben.

 

Weniger macht mehr

Zwei moderne Windenergieanlagen ersetzen vier kleinere, älteren Typs. „Unseren Windpark Brodten haben wir bereits zurückgebebaut, die Stadtwerke-Anlage in Herrenwyk wird im Herbst dieses Jahres folgen“, erläutert Kaben. Mit den neuen Windenergieanlagen erzeugen die Stadtwerke Lübeck deutlich mehr grünen Strom für Lübeck als mit den alten Anlagen. Jede der neuen Windmühlen bringt es auf 2,3 Megawatt Leistung; gemeinsam liefern sie ausreichend Strom, um etwa 2.500 Lübecker 4-Personen-Haushalte zu versorgen. Kaben weiß: „Die Leistung der alten Anlagen betrug nur 1 Megawatt elektrische Leistung, jetzt bringen zwei neue ein mehrfaches der alten Windenergieanlagen.“

 

Schweres Gerät

Im Juni war es soweit: Wuchtige Tieflader lieferten mit Transformator und Elektrotechnik nicht nur die wichtigen Module für das Innenleben der Windräder. Auch Stahlturm, Nabe, Gondel und Rotor wurden über extra angelegte Zuwegungen angeliefert. Danach standen die Montagefachkräfte vor der kniffligen Aufgabe, das Schwergewichts-Puzzle zusammenzusetzen. Kaben: „Der Rotor misst 82 Meter im Durchmesser und wird in 85 Metern Höhe montiert. Dafür braucht es nicht nur schweres Gerät, sondern auch ein feines Fingerspitzengefühl des Kranführers.“ Millimeterarbeit leisten die Monteure auch, als sie das erste Turmsegment über die sensiblen Elektrotechnik-Module stülpen mussten. „Der Aufbau ist nur an relativ windstillen Tagen möglich. Eine unverhoffte Windböe kann zu erheblichen Schäden führen, so dass immer das richtige Wetter abgewartet werden muss“, erzählt Kaben.

 

In der Ruhe liegt die Kraft

Bei aller Größe und Leistungskraft der neuen Anlagen achten die Stadtwerke Lübeck darauf, dass die Windmühlen Anwohner möglichst wenig stören: Sie laufen geräuscharm und schalten sich automatisch ab, wenn die Sonne ungünstig steht. Kaben: „So verhindern wir, dass die Anwohner durch übermäßige Schlagschatten beeinträchtigt werden. Außerdem geben die neuen Windmühlen mit 6 bis 18 Umdrehungen pro Minute ein sehr ruhiges Bild ab.“ Zum Vergleich: Die abgebauten Windenergieanlagen drehten sich mindestens doppelt so schnell.

 

Windkraft und Natur

Modernste Umweltstandards sorgen dafür, dass auch die Natur zu ihrem Recht kommt. „Für den Bau neuer Windenenergieanlagen haben wir über 30 Schutzvorgaben prüfen müssen. Unsere Anlagen halten alle Parameter ein“, so Kaben. Dazu gehört auch, dass die Windräder zu bestimmten Tages- bzw. Nachtzeiten anhalten, wenn die ansässigen Fledermäuse besonders aktiv sind. Ein Fachbiologe wird über drei Jahre hinweg beobachten, wie diese Maßnahme wirkt. Kaben kennt noch einen weiteren Vorteil der neuen Windräder: „Nach Ablauf der Nutzungsdauer lassen sich die Stahltürme hervorragend recyceln – und während der Energieproduktion produzieren wir weder strahlenden Müll noch CO2.“

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