Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 25. September 2012

Hier kommen 35 Tonnen Granit auf den Koberg

Drei Künstler entwerfen in der Stadt der Wissenschaft Skulpturen für die Fehmarnbeltregion

Eine Woche lang wird es laut und staubig auf dem Lübecker Koberg. Drei Bildhauer aus drei verschiedenen Ländern treffen sich anlässlich der Fehmarnbelt-Days zu einem Arbeitstreffen auf dem Koberg. Bis Freitag werden die renommierten Bildhauer Jörg Plickat aus Deutschland, Ian Newbery aus Schweden und Henrik Troelsen aus Dänemark drei Skulpturen aus Stein schaffen, die vom Gedanken an den kulturellen Brückenschlag über den Fehmarnbelt inspiriert sind. Das Kunstwerk des Bildhauers Jörg Plickat soll bis zur Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels, 2021, in Lübeck aufgestellt werden.

Die Idee zu dem „Symposium“, so nennt sich das Arbeitstreffen in Künstlerkreisen, hatte IHK-Chef Matthias Schulz-Kleinfeldt. Lübecks Kunstexperte Frank-Thomas Gaulin hat den planerischen Kontakt zu dem Bredenbeker Bildhauer Jörg Plickat hergestellt. Gaulin: „Jörg Plickat kann die Internationalität für so ein Symposium herstellen. Der Bildhauer hat eine Gastprofessur in China“, sagt Gaulin.

 

Bildhauer Werkstatt

Plickat und seine beiden Bildhauer-Kollegen verwandeln den Koberg in eine Bildhauer-Werkstatt unter freiem Himmel. Noch bis Freitag werden die drei Bildhauer an drei unterschiedlichen Skulpturen arbeiten, die von ihrer Formgebung an Brückenbauten angelehnt sind. Plickat: „Meine Skulptur ist eine abstrakte Komposition eines Kreisbogen- und eines kubischen Elements, sinnbildlich für die Verbindung von Tunnel und Brücke. Die Skulptur wird eine Länge von 6 Metern haben.“ Sein schwedischer Kollege geht ebenfalls abstrakt ans Werk: „Mit naturalistischen Elementen versuche ich, meine Faszination für die Welt, in der wir leben auszudrücken“, so Newbery.

Ursprünglich wollten die Künstler ihre drei Skulpturen aus den unterschiedlichen Natursteinen ihrer Herkunftsländer hauen. Newbery wollte sein Kunstwerk aus Bohuser Granit schlagen, Plickat mit Anröchter Dolomit arbeiten und Henrik Troelsen mit Naturstein von der Insel Bornholm. Jetzt werden alle drei Skulpturen aus Schwedischem Granit gefertigt.

 

Plickat´s Skulptur

Das Lübecker Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf hat die Steine geliefert. „Wir haben über 35 Tonnen Bohuser Granit auf den Koberg gebracht“, sagt Stefan Wolf vom gleichnamigen Natursteinwerk. Nach der Fertigstellung der Skulpturen will die Industrie und Handelskammer zu Lübeck das Kunstwerk des Deutschen Bildhauers Jörg Plickat in Lübeck an exponierter Stelle - möglichst in Holstentor-Nähe aufbauen. „Die Skulptur von Jörg Plickat soll bis Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels, 2021, in Lübeck stehen. Die beiden weiteren Skulpturen in Kopenhagen und Malmö“, sagt IHK-Mitarbeiterin Julia Beckmann.

Lübecks Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen ist begeistert von der Idee, eine weitere moderne Skulptur in der Hansestadt aufzustellen, denn über die Bildhauerei gelinge es, Neugier und Erleben eine Form zu geben. Klaßen: „Das Projekt fördert die Begegnung der Öffentlichkeit mit dem Objekt und den Künstlern. Dadurch entsteht Verständigung. Und Kunst ist immer auch die Verbindung von Fiktion und Realität. Ein reizvoller Perspektivenwechsel. Auch damit zeigt sich Lübeck als Stadt der Wissenschaft - mehr und mehr aufgeschlossen für die neuen Perspektiven einer Wissenschaftsregion.“

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