Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 09. Oktober 2012

Drehscheibe für Sondermüll

Autor: Klaus Voigt

FUL

In ihrer der Märzsitzung hat die Bürgerschaft einen Bericht über die im Hafen umgeschlagenen Mengen an Sondermüll angefordert, der jetzt vorliegt. Es ergeben sich Umschlagzahlen von bis zu 750.000 Tonnen gefährlichen Stoffen, die jedes Jahr in Lübeck verschifft werden. Ich bin der Meinung, diese Angelegenheit muss in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Ich glaube, viele Lübecker und Travemünder wissen nicht welchem Risiko sie ausgesetzt sind. Die auf Antrag der FUL und der Grünen angeforderten Berichte der Verwaltung zeigen auf, dass im Jahr 2011 über die vier Kais in Travemünde genau
471.022 Tonnen immissionsschutzrechtlich genehmigungspflichtige Stoffe verladen wurden. In dem Bericht tauchen sogar über 1.000 Tonnen radioaktive Abfälle auf. Ich bin empört und schockiert. Zusätzlich wurde in diesem Jahr die Genehmigung zum Umschlag gefährlicher Stoffe im Lagerhaus der Dr. Pleines GmbH auf 320.000 Tonnen jährlich erhöht. Daraus ergibt sich eine Gesamtmenge von ungeheuerlichen 750.000 Tonnen Sondermüll, die jedes Jahr in Lübeck ankommen, umgeladen werden und angeblich nach weniger als 24 Stunden wieder verschifft werden. Ich finde das skandalös. Vom Umweltsenator erwarte ich Aufklärung und nachdrückliches Engagement gegen diese Entwicklung.

 

V.i.S.d.P.: Jens-Olaf Teschke

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