Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 23. Oktober 2012

Lärmmessung rund um Lübecks Blitzer

Stadt der Wissenschaft lädt zum Zukunftsforum ein

Der 5. Tag der Wissenschaft in St. Petri widmet sich im Wissenschaftsjahr dem Thema Umwelt: Wahrnehmen, Wissen, Handeln. Zum ersten Mal können sich die Besucher an der ZukunftsWerkStadt Lübeck beteiligen. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das auf Bürgerbeteiligung und Einbeziehung von Wissenschaft in die Stadtentwicklung setzt. Die Federführung liegt bei der städtischen Klimaschutzleitstelle.

Leise und klimafreundlich

Lübecks Umweltschützer wollen die Hansestadt leise und klimafreundlich machen. „Ein wesentliches Ziel ist, den Verkehrslärm zu vermindern und ein Baustein unter vielen Möglichkeiten sind dabei auch Blitzanlagen“, sagt Barbara Schäfers (46) vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz.

Ob Blitzer Lübeck leiser machen, untersuchen derzeit die Fachhochschule und die Universität zu Lübeck in einer gemeinsamen Lärmstudie im Rahmen der ZukunftsWerkStadt. Das Institut für Akustik der Fachhochschule Lübeck liefert die harten Fakten. „Wir haben Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen entlang der Hafenstraße und der Schwartauer Landstraße durchgeführt“, erklärt der Akustiker Prof. Dr. Jürgen Tchorz (43) und ergänzt, dass auch vor und hinter den Anlagen Messungen stattgefunden haben. Die Universität zu Lübeck geht in Lübecks Blitzer-Studie mit ihrem Institut für Klinische Epidemiologie erstmals der gefühlten Lärmbelastung nach und befragt Anwohner entlang der beiden Straßen. Instituts-Leiter Prof. Dr. Alexander Katalinic: „Das Besondere an der Lärmstudie ist, dass wir die Bürger entlang der Schwartauer Landstraße und der Hafenstraße befragen und nicht nur Messdaten erheben.“

1.500 Fragebögen haben die Wissenschaftler verteilt. Eine weitere Fragebogen-Aktion ist für den Oktober geplant. Bis Ende März 2013 bringen Lübecks Wissenschaftler erstmals die gefühlte und gemessene Lärmbelastung rund um die neuen Blitzanlagen in ihrer Lärmstudie zusammen. Wenn sich dabei zeigt, dass die Blitzer den gefühlten und gemessenen Lärm reduzieren, „dann wären weitere Blitzanlagen eine mögliche Konsequenz“, schlussfolgert Prof. Dr. Alexander Katalinic.

Parallel zur Lärmstudie flankieren Beteiligungsprojekte die Aktion der ZukunftsWerkStadt. Mittels einer „Smartphone-App“, einem Programm für Mobiltelefone also, können die Lübecker überall im Stadtgebiet eigenhändig Lärm messen und Daten interaktiv in eine Lärmkarte einspeisen. Das Projekt trägt den Namen „Sound of the City“. „Damit entsteht nicht nur ein Abbild lauter Regionen, wir zeigen so auch Lübecks Ruhe-Oasen“, sagt der Klimaschutzbeauftragte Andreas Fey.

Bürger sind Wissensträger

Lübecks Wissenschaftsmanagement hat im Wissenschaftsjahr aufgezeigt, wie Bürgerbeteiligung gelingt und ist dafür auch in der ZukunftsWerkStadt verantwortlich. „Die Einbeziehung der Menschen in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einer Stadt ist eine Form der Wertschätzung unserer Bürgerinnen und Bürger als Wissensträger. Dieses Wissen wird bisher viel zu selten für die Stadtentwicklung genutzt“, sagt Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen. Das Wissenschaftsmanagement lädt im Rahmen der ZukunftsWerkStadt öffentlich dazu ein, sich zu beteiligen. Am 24. November findet das erste Zukunftsforum zum Thema „Leises und klimafreundliches Lübeck“ im Rathaus statt. Ein weiterer Baustein der  ZukunftsWerkStadt ist die neue Onlineplattform www.luebeck.die-lernende-stadt.de.

Derzeit betreut die angehende Umweltwissenschaftlerin Anna Hohls (23), das neue Ideenforum. Noch ist die Seite relativ unbekannt: „Das soll sich ändern, wenn wir die Kampagne für ein leises und klimafreundliches Lübeck starten“, sagt die Studentin.

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