Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 30. Oktober 2012

Stefas Talent für himmlische Töne

„Jugend musiziert“ trifft die „Stadt der Wissenschaft“ beim Orgelkonzert in St. Jakobi

Wenn die Stadt der Wissenschaft am 3. November die Pfeifenwippe als 10. Experimentiergerät in der Lübecker Innenstadt einweiht, dann bereitet sich die Preisträgerin von Jugend musiziert, Stefa Tschalamoff, schon auf ihr Orgelkonzert am 25. November in St. Jakobi vor.

Die 19-jährige Jungstudentin der Musikhochschule Lübeck hat beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ Anfang des Jahres im Dom zusammen mit Johanna-Katharina Backhaus und Karolina Buras den Sonderpreis der Stadt der Wissenschaft gewonnen - ein Konzert in St. Jakobi. Für Stefa Tschalamoff ist das die einmalige Gelegenheit auf der wertvollen Stellwagen-Orgel aus dem 15. Jahrhundert zu spielen. „Die Stellwagen-Orgel hat einen tollen Klang - hell, strahlend schön und überhaupt nicht aufdringlich“, beschreibt Stefa Tschalamoff den Klang der Orgel. Als Instrument des Monats  November der Stadt der Wissenschaft, hat die Orgel in der Innenstadt einen bodenständigen Begleiter. Direkt vor der Musik- und Kunstschule lässt das Wissenschaftsmanagement eine Pfeifenwippe im Boden installieren. Bewegliche Balken können wie überdimensionale Tasten per Fuß bedient werden. So werden melodische Improvisationen im öffentlichen Raum möglich. „Mit etwas Geschick und Übung können richtige Melodien gehüpft werden“, erklärt der wissenschaftliche Experte, Prof. Dr. Jürgen Tchorz von der Fachhochschule Lübeck. Stefa Tschalamoff hingegen bleibt mit ihrer Musik im Innenraum, dem Lübecker Dom. Hier hat die 2009 aus Düsseldorf Zugereiste ihre Kirchengemeinde gefunden, hier singt sie in zwei Chören und leitet begeistert Kindergottesdienste. Nebenbei hat die Musikerin im Dom ein Vorbild gefunden, den Organisten Hartmut Rohmeyer. Bei Professor Rohmeyer studiert Tschalamoff Orgel, bei Professorin Konstanze Eickhorst Klavier. Beide Instrumente kann Stefa Tschalamoff für ihren Traumberuf, den der Kirchenmusikerin, gut gebrauchen. Mit leuchtenden Augen erzählt die Studentin, die nebenbei noch das Abitur in Hamburg macht, dass sie Kirchenmusikerin werden will. Igendwann einmal will Stefa Tschalamoff in einer „A-Kirche“, wie einer der Lübecker Innenstadtkirchen arbeiten, so nennen sich die großen Häuser der kirchlichen Musik. Neben Orgelliteratur, liturgischem Orgelspiel und Chorleitung - all dies lernt die Jungstudentin an der Musikhochschule - habe der Beruf der Kirchenmusikerin aber noch eine andere Dimension - den Glauben. „Ohne Bezug zum Glauben studiert man nicht Kirchenmusik“, sagt Stefa Tschalamoff.

Was die jungen Musikerinnen beim Orgelkonzert am 25. November um 17 Uhr in St. Jakobi genau spielen werden, kann Tschalamoff noch nicht sagen. Den Sonderpreis der Stadt der Wissenschaft beim Landeswettbewerb hat sie mit Eugène Gigouts Toccata h-Moll und Nicolaus Bruhns Präludium Fuge e-Moll gewonnen. Beim Orgelkonzert in St. Jakobi wird die Musikerin barocke Werke an der Stellwagen-Orgel spielen, sagt St. Jakobis Organist, Prof Arvid Gast. Der Leiter des Studienganges Kirchenmusik an der Musikhochschule Lübeck war Jurymitglied beim Landeswettbewerb Jugend musiziert. Arvid Gast freut sich, dass Lübeck die Stadt der Wissenschaft mit dem komplexen Instrument der Orgel eine Brücke zur Exzellenzförderung in der Musikwissenschaft gebaut hat.

Denn an der historischen Stellwagen-Orgel von St. Jakobi zu spielen, das sei nicht nur für junge Talente wie Stefa Tschalamoff eine große Herausforderung: „Ohne historische und musikwissenschaftliche Kenntnisse kann kein Musiker diese Orgel spielen.“            Jel

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