Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. Oktober 2012

Mobile Großkontrolle

Behörden suchen „Schwarze Schafe“ unter Taxifahrern

Der Ordnungsdienst der Stadt Lübeck hat in Zusammenarbeit mit Finanzamt, Zoll und Einsatzkräften der Polizei in der Nacht zum Freitag und zum Sonnabend an mehreren Standorten im Stadtgebiet Taxen kontrolliert. Dabei waren die Beamten erstmalig gemeinsam in einem Einsatzwagen der Polizei unterwegs und haben die Taxen mobil kontrolliert.

Der Leiter des Ordnungsdienstes der Hansestadt Lübeck, Kai Soomann, zählte bei 49 untersuchten Taxen 24 Verstöße. Neben Ordnungswidrigkeiten gab es auch eine Anzeige wegen abgenutzter Reifen und bei einem Fahrzeug war das Siegel am Taxometer gebrochen. „Das kann auf manipulierte Fahrpreisanzeigen hindeuten“ , sagt Soomann. Mit der gemeinsamen Untersuchung durch Zoll, Finanzamt und Ordnungsdienst wollen die Behörden künftig Mehrfachkontrollen vermeiden und effektiver gegen Verstöße vorgehen, erklärt Soomann weiter. Die letzten beiden Großkontrollen gab es im vergangenen Jahr und im April 2012.

Lübecks Taxifahrer begrüßen die Großkontrollen. Taxi-Unternehmer Jan-Markus Paul frohlockt: „Ich finde das supergut. Wir brauchen noch mehr Kontrollen gegen Sozialmissbrauch“, sagt der Taxifahrer.

Auch einen Wagen weiter vorne, in der Taxi-Reihe am Haerder-Center, gibt es nur verständnisvolle Töne für die nächtlichen Aktionen der Behörden. „Die Kontrollen finde ich richtig - wegen der Schwarzarbeit“, erklärt Taxifahrerin Monika Schütte und begründet die Situation mit zu vielen Taxen, die in Lübeck unterwegs seien. Nach Angaben der Stadt haben 270 Taxen eine Konzession. „Das gibt der Markt aber gar nicht her. Es werden zu wenig Taxen verlangt“, beschreibt Monika Schütte den harten Konkurrenzkampf um Lübecks Taxikunden.

Auch der Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe begrüßt konzertierte Kontrollen. Der Geschäftsführer des Verbandes Thomas Krotz bezweifelt jedoch, dass mit den Stichproben gegen Schwarzarbeit vorgegangen werden könne. Krotz empfiehlt stattdessen gezielte Probefahrten von Beamten in Zivil, um die Kundenfreundlichkeit zu verbessern. So solle die Branche schwarzen Schafen auf die Spur kommen. „Denn es gibt weder Kofferpauschalen beim Taxifahren noch feste Preise, die sich vor der Fahrt aushandeln lassen“, sagt Krotz.            Jel

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