Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. Oktober 2012

Arm bleibt arm

Autor: Hans-Jürgen Martens

Die Linke

Es ist eine bestürzende Tatsache, dass in der Hansestadt Lübeck jeder dritte Arbeitslose gleich wieder in dem Hartz IV-Bezug landet. Im Jahre 2011 mussten laut Angabe der Agentur für Arbeit 8.682 Beschäftigte nach Verlust ihres Arbeitsplatzes direkt Hartz IV beantragen. Das sind 37,6 % der Beschäftigten, die sich in Lübeck im Jahre 2011 arbeitslos gemeldet haben, bundesweit waren es rund 25 %. Die Gründe dafür liegen nicht nur an den sehr kurzen Beschäftigungszeiten der Betroffenen, sondern entscheidend ist der in Deutschland immer mehr ausgeweitete Niedriglohnsektor. Arbeitslose werden von den Jobcentern gezwungen Arbeit anzunehmen, die so schlecht bezahlt ist, dass sie keine ausreichenden sozialen Anwaltschaften aufbauen können. So haben sie bei einer Kündigung keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, bzw. Leistungen über dem Hartz IV-Satz. Wer einmal in den Hartz IV-Bezug abrutscht, bleibt in vielen Fällen arm. In Lübeck wächst jedes dritte Kind in Armut auf. Das sind direkte Folgen der Agenda 2010 von SPD und Grünen. Da hilft auch kein lamentieren der Lübecker SPD-Bundesabgeordneten. Wir fordert, die Zumutbarkeitsregeln bei Wiederaufnahme einer neuen Beschäftigung zu entschärfen und die Einführung eines Mindestlohns von mindestens 10 Euro.

 

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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