Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 20. November 2012

So lebendig ist das Welterbe

Bundeskongress bringt Archäologen und Stadtentwickler in Lübeck zusammen

Seit 25 Jahren steht Lübecks Altstadt auf der Welterbe-Liste der Unesco. Dieses Jubiläum feierte Lübeck in der vergangenen Wochen auch mit einem zweitägigen Kongress, zu dem das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in die Media Docks eingeladen hatte. Rund 200 Akteure aus den Bereichen Archäologie und Stadtentwicklung trafen sich unter dem „Motto Stadtarchäologie und Stadtentwicklung im Welterbe.“

Der Moderator Harald Meller, zugleich Landesarchäologe in Sachsen-Anhalt, war beeindruckt von den Vorträgen. Lübeck sei Vorreiter in der Stadtarchäologie und Vorbild in der Beteiligung der Bürger bei Bauprozessen: „Hätte man das bei Stuttgart 21 gemacht,was hier in Lübeck in Sachen Bürgerbeteiligung geschieht, dann wäre das in Stuttgart anders gelaufen“, sagte Meller am Rande der Veranstaltung, bei der auch Lübecks Welterbebeauftragte Christine Koretzky über Bürgerbeteiligungsprozesse am Beispiel des Gründerviertels sprach.

Koretzky zeigte, wie aus der „Asphaltwüste“ Klingenberg unter Beteiligung der Bürger in der Perspektivwerkstatt Lübecks neue Mitte entwickelt wurde.“ Mit Blick auf das Gründungsviertel sagte Koretzky: „Wir wollen im Gründungsviertel nicht irgendwie und irgendwas bauen, wir wollen ein Stück vorbildliche Stadt bauen.“

Der Landesarchäologe der Hansestadt Hamburg, Prof Dr. Rainer-Maria Weiss, war von dem Welterbe-Kongress in Lübeck angetan: „Was ich von diesem Kongress mitnehme ist der Eindruck, dass das Welterbe lebt“, sagte Weiss mit Blick auf die grandiose Party mit „Max and Friends“ im Festsaal der Gemeinnützigen. Obwohl das Etikett Welterbe „Einschränkungen für eine Stadt mitbringt, die sich gewaschen haben“, sieht Hamburgs Landesarchäologe im Titel Welterbe ein Gütesiegel für die touristische Vermarktung. In diesem Zusammenhang zeige der Bundeskongress, dass sich die Archäologie in der Stadtentwicklung vom reinen Konservieren hin zur Vermittlung bewege. „Früher hatte das Erhalten Priorität, heute das Erlebbarmachen“, resümierte Prof Dr. Rainer-Maria Weiss. Lübecks Bausenator Franz-Peter Boden sagte mit Blick auf die Grabungen im Gründerviertel: „Wir stellen fest, dass die Kollegen mit dem Thema Stadt unter der Stadt sehr öffentlichkeitswirksam umgehen und Touristen auf die Schätze unter der Stadt aufmarksam werden.“ Jel

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