Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 20. November 2012

Wo Lübeck duftet

Bäcker-Azubis bauen Mini-Lübeck aus Lebkuchenteig

Beim Wettbewerb der Bäckerinnung Nord bauen Bäckerlehrlinge lübsche Altstadthäuser in Rekordzeit. In nur vier Tagen zaubert auch Jerome Florian (23) das Buddenbrookhaus - ganz aus Honigkuchenteig.

Kein leichtes Bauvorhaben: „Die Fassade ist barock. Da sollte man sich schon Mühe mit den vielen runden Formen geben“, sagt der Auszubildende in der Backstube der Geweberbeschule für Gastronomie und Nahrung in Lübeck. Hier entstehen, wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit, bis zu 20 Lebkuchen-Häuser, deren Fassaden bekannten Häusern auf der Altstadtinsel nachempfunden sind.

Die Rohmasse, sozusagen der Beton aus dem die Mini-Häuser gefertigt werden, besteht aus Honigkuchenteig. „Mit mindestens 50 Prozent Bienenhonig im Zuckeranteil“, betont Konditormeister Wolfgang Rössger. Als oberster Bauherr hat Rössger seit Mitte der 80er Jahre die Kontrolle auf Lübecks Lebkuchenbaustelle. Er hilft wo‘s brenzlig und schwierig wird. Zum Beispiel beim Holstentor.

Bäckerlehrling Tom Pawelzik (22) ist etwas unruhig. Vor ihm liegt die Rohmasse für Lübecks bekanntestes Gebäude. Zwei kegelförmige Türmchen wollen mit Honigkuchenteig zart ummantelt, der Teig für Lübecks Türmchen millimetergenau zugeschnitten werden. Damit das Teig-Dach vom Holstentor haftet, erhalten die Holstentor-Türme einen Haftanstrich aus Eiweißglasur, bevor sie in den Ofen kommen. „Bei 210 Grad bleiben die Lebkuchen-Wände zirka zehn Minuten drin‘“, erklärt Konditormeister Wolfgang Rössger.

Bäckerlehrling Torben Oest-reich (21) und Jerome Florian  haben ihr Buddenbrook- und Schabbelhaus schon in den Ofen geschoben. Mit Spannung verfolgen die beiden wie Lübecks Lebkuchenhäuser langsam knusprig braun werden und wie sich an der Fassade vom Schabbelhaus plötzlich eine Luftblase bildet. „Macht nichts. Wir lassen die Luft einfach mit einer Nadel ab“, sagen die geschickten Bäckerazubis und holen ihre Häuschen aus der Röhre. Der Wettbewerb um Lübecks schönste Lebkuchenhäuser geht mittlerweile in die 36. Runde. Seit den 70er Jahren werden die Häuser im Bekleidungshaus „Heik&Schmaltz“ in den Salzspeichern ausgestellt. Bis Ende der 80er Jahre haben die Bäckerlehrlinge Hexenhäuser aus Lebkuchen gebaut - seit Anfang der 90er Jahre Altstadthäuser. Bis zum 20. Dezember können Ausstellungsbesucher in den Salzspeichern noch das schönste Haus bewerten. Zu gewinnen gibt es einen Warengutschein von Heik&Schmaltz.                  Jel

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