Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 27. November 2012

Sauerei beim TSV-Schlutup

Wildschweine legen Sportbetrieb lahm – Stadtjäger am Zug

Eine Rotte Wildschweine hat Mitte November den Sportplatz des TSV Schlutup 1907 e.V. in einen Acker verwandelt. Jetzt haben sich Mitarbeiter der Stadt das Ausmaß der Schäden an der Sportanlage angesehen und der hinzugerufene Stadtjäger hat das erste Wildschwein auf dem Sportplatz erschossen.

Lübecks neuer Betriebsleiter für Sportstätten, Ingo Schubert (53), hat sich den Sportplatz des TSV in der vergangenen Woche mit Kollegen Bereich Sport und Stadtgrün angesehen. Sein Eindruck: „Das sieht aus, als wenn da ein Panzer über den Platz gefahren ist.“ Auch der Leiter des Bereiches Schule und Sport, Friedrich Thorn, hat nichts Gutes zu verkünden: „Eine Reparatur dieser Sauerei ist nicht möglich“, erklärte Thorn auf Anfrage.

Die Platzwart-Familie Schmidtke indes, kann immer noch nicht glauben, was mit ihrem Grün geschehen ist. Fabian Schmidtke (28) hat die Wildschweine selbst gesehen. „Nach und nach haben die Säue aus der Ecke heraus das ganze Spielfeld aufgerollt, und dann haben sie ihn richtig platt gemacht“, sagt der Fußballer auf der verwüsteten Fläche. Insgesamt sollen es rund zwölf Wildschweine gewesen sein. Platzwartin Marlis Schmidtke: „Zwei Nächte lang haben die Säue richtig Gas gegeben und 6.000 Quadratmeter Rasen umgepflügt.“

Einer von Lübecks 17 ehrenamtlichen Stadtjägern, Burkhard Thors (42), erklärt dass die Wildschweine die Grasnarbe umgekrempelt haben, um darunter Nahrung zu suchen. Denn Eicheln und Bucheckern gäbe es in diesem Jahr nicht genug im Wald. Damit die Tiere keinen weiteren Flurschaden anrichten, hat die Stadt erstmal provisorische Bauzäune um den Platz herum aufgestellt und den Stadtjäger damit beauftragt das Wildschwein-Problem zu beheben. Thors hat bereits drei Tiere erlegt – ein Wildschwein vom Turnierturm auf dem Fußballplatz aus. Nach Angaben des Jägers sind in Schlutup drei Wildschweinrotten unterwegs. Die Tiere tauchten vor allem abends im Bereich der Travewiesen und am Zollhaus in der Mecklenburger Straße auf und wechselten dann Richtung Schwarze Heide, so Burkhard Thors.

Für die Sportler des TSV Schlutup wird es auf jeden Fall eng in der kommenden Saison. 13 Fußballmannschaften müssen sich wohl den neuen Kunstrasen-Platz teilen, der im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. Friedrich Thorn vom Bereich Schule und Sport schätzt den Wildschaden an Schlutups Sportplatz auf eine fünfstellige Summe. Derzeit prüfe der Bereich Stadtgrün was die Sanierung der Anlage koste. Dabei werde geschaut, ob der Platz mit Rollrasen repariert werden kann. Ansonsten helfe nur die Neuansaat. Für Platzwartin Marlis Schmidtke und ihre Sportler ist das kein wirklicher Trost, kurz vor Ende der Saison: „Bis zum Sommer nächsten Jahres ist der Platz nicht zu gebrauchen“, sagt Marlis Schmidtke.             Jel

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