Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 28. Dezember 2012

Freie Schornsteinfegerwahl

Kehrmonopol entfällt – Mehr Terminarbeit für Hausbesitzer

Lübecks Hausbesitzer haben 2013 freie Schornsteinfegerwahl. Das neue Schornsteinfegergesetz beendet das so genannte Kehrmonopol der Bezirksschornsteinfeger und nimmt die Verbraucher stärker in die Pflicht. Lübecks zukünftig bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger für die Innenstadt, Christian Germann, erklärt: „Für die Hauseigentümer ändert sich, dass sie sich künftig selbst um die Kehr- und Überprüfungstermine kümmern müssen - bisher hat das der Bezirksschornsteinfeger übernommen."

Schornsteinfegerwahl

Mit dem Wegfall des Kehrmonopols habe der Kunde
außerdem die freie Wahl, welchen Schornsteinfeger er auf seinem Dach haben möchte. Ferner können Emissionsmessungen, Abgaswege-Überprüfungen und Kehrtätigkeiten individuell an verschiedene, qualifizierte Schornsteinfeger vergeben werden.

Als Grundlage für alle anfallenden Kontrollen diene der so genannte Feuerstättenbescheid des Bezirksschornsteinfeger- meisters. Das Papier zeige die Wartungszeiträume und die auszuführenden Arbeiten an.

Auf Termine achten

Lübecks Obermeister der Schorsteinfegerinnung, Gerhard Möller, befürchtet, dass das Prozedere ab 2013 „insgesamt etwas komplizierter" werde als zuvor. Denn jetzt habe der Kunde mehr Verantwortung. „Verschläft ein Kunde sogar die Termine, so kann das ordnungsrechtliche Konsequenzen haben", sagt Möller. Dem pflichtet Dieter Boldt, zuständig für Melde- und Gewerbeangelegenheiten bei der Hansestadt Lübeck, bei: „Wir drohen zwangsweise Türöffnung an und kommen mit der Polizei und dem Schlüsseldienst, wenn niemand zuhause ist und die Fristen verstrichen sind", so Boldt. 2012 seien rund 20 Kamine in Lübeck zwangsweise gekehrt worden. Boldt geht davon aus, dass Hausbesitzer, die 2013 einen neuen Schornsteinfeger betrauen, es versäumen werden, ihre Kontroll-Formulare an den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zu schicken.„Denn der übernimmt die regelmäßige Kontrolle des Vollzugs", so Oberinnungsmeister Gerhard Möller.

Formblätter weiterleiten

Jetzt müsse der Kunde entscheiden, was er lieber möchte. Wenn alles beim Alten bleiben soll, könne der Hausbesitzer einfach bei seinem Bezirksschornsteinfeger bleiben. Ansonsten könnten Hauseigentümer per Dauerauftrag Fachleute, die beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zertifiziert und bei der Handwerkskammer gemeldet sind, als alternativen Dienstleister bestellen. Ein Dauerauftrag helfe dabei die Termine einzuhalten. Wichtig sei, dass die Formblätter vom neuen Schornsteinfeger an den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger weitergeleitet werden. Passiere dies zum wiederholten Male nicht, klopfe die Behörde an die Tür. Jel

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