Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 28. Dezember 2012

Auf dem Sprung zur Wissenschaftsregion

Lübeck feierte das Wissenschaftsjahr mit einer atemberaubenden Inszenierung

Trotz Blitzeis kamen rund 1.000 Besucher in das blau erleuchtete Foyer der Musik- und Kongresshalle (MuK) um Lübeck, die Stadt der Wissenschaft 2012, zu feiern und etwas von dem „Spirit" aufzunehmen, der die Hansestadt erfasst hat.

Ein neunteiliger Wissenschafts-Würfel schmiegt sich in seiner Formgebung in die gläserne Rotunde des MuK-Foyers. Hinter Projektionsflächen bewegen sich scherenschnittförmig Tänzerinnen zu verstörenden Percussion-Klängen. Fragen, Dialog und Handeln verschwimmen in einer eigenwilligen Dialektik - multimedial abgebildet mit Blick durch das gläserne Gerippe auf die Altstadtinsel. Das alte und das neue Lübeck begegnen sich in verstörend schöner Weise in einem Wissenschafts-Würfel, bespielt von Tanz, Percussion und Multimedia.

Lübecker Akteure unterbrechen die Performance mit Impuls-Vorträgen. Antje Peters-Hirt, die ehemalige Leiterin der Gemeinnützigen, sie bringt die Atmosphäre in der MuK auf den Punkt: „Wir alle spüren, dass uns gemeinsam etwas gelungen ist." Gemeint ist die nachhaltige Bürgerbeteiligung bei den Stadtteilfesten des Wissenschaftsjahres 2012, die Bürger und Wissenschaft näher zusammengebracht hat. Dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Matthias Schulz-Kleinfeldt, hat das Stadtteilfest in Kücknitz besonders beeindruckt. In Richtung Wissenschaftsmanagement sagt Schulz-Kleinfeldt: „Dem Wissenschaftsmangement ist es gelungen, Menschen für die Wissenschaft zu begeistern." Schulz-Kleinfeld spannt den Bogen weit. Der IHK-Chef sagt, dass Lübeck gar nicht so schlecht davor stehe „Premiumstandort" zu werden und Schulz-Kleinfeldt prophezeit Lübeck eine rosige Zukunft: „Immer wenn die Stadt sich einig war, war der Erfolg ein Selbstläufer."

Einig sein über Lübeck und seine Ziele, das ist an diesem Abend das Thema der so genannten „Zwischenlandung" in der MuK. Einig werden duch Fragen, Dialog und Handeln, vermittelt durch die multimedial entwickelte Performance von Sigrid Dettlof (Theater Combinale) und Knut Winkmann (Theater Lübeck). Der musikalische Leiter Willy Daum setzt derweil zu progressiver Percussion an. Auf Kreissägenblättern, Blech und Drums entsteht ein geheimnisvoller Klangteppich. Kontrapunkt zu den in weiß gehüllten Schülern und Schülerinnen der Musik- und der Kunstschule, die Dreiecke durch den Raum balancieren - eine irritierende Performance, ebenso irreführend, wie der Fragenwald, den die Travemünder Künstlerin Michaela Berning-Tournier, mit ihren über 1.000 Fragen an die Decke des Eingangsbereiches der Muk gepinnt hat. „Warum fragen wir?", steht da auf einer der Karten. „Wunderbar", findet die Künstlerin ihr Gestrick aus Fragezeichen, die ein Kopfkino im Leser anstoßen wollen. Neben all der Irritation schafft dieser Abend in der Muk, diese Punktlandung der Stadt der Wissenschaft Klarheit, Klarheit darüber, wohin die Reise 2013 geht: „Wir werden Wissenschaftsregion", sagt Schulz-Kleinfeldt. Und der Generalsekretär des Stifterverbandes, Andreas Schlüter, der hat daran offenbar auch keine Zweifel: „Wenn Sie alles machen, was sie begonnen haben, dann wird das alles hier zum Selbstläufer", gibt Schlüter Lübeck - der Stadt der Wissenschaft 2012 mit auf ihren Weg in die Wissenschaftsregion 2013. Jel

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