Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 28. Dezember 2012

„Jetzt bin ich endlich kein Ausländer mehr“

Lübeck begrüßt 323 Neubürger im Audienzsaal des Rathauses

Der Innensenator der Hansestadt Lübeck, Bernd Möller, hat rund 150 Personen bei der 7. Einbürgerungsfeier im Lübecker Rathaus begrüßt. Insgesamt hat die Stadt in diesem Jahr 323 Menschen aus Polen und Russland, Italien, dem Irak, China, Bulgarien und Nepal eingebürgert. Möller bezeichnte die Feier, die mit klassischen Klängen des Quartetto Quatro Mundi untermalt wurde, als schöne Tradition in einer weltoffenen, toleranten Stadt und ermutigte die Neu-Lübecker ihre Chancen zu nutzen. „Nehmen Sie Anteil an unserer Stadt, seien Sie aktive Bürger", sagte Möller.

Unter den neuen Lübeckern waren auch einige alte Lübecker, die sich aus vielerlei Gründen 2012 dazu entschlossen haben, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Der Lübecker Industriekaufmann Nurkan Kazak (37) beispielsweise hat mit der Entscheidung für den deutschen Pass „Nägel mit Köpfen gemacht, weil ich endlich irgendwann einmal auch wählen will." Ein zusätzlicher Grund sei die Möglichkeit als deutscher Tourist „endlich einmal keine Visa mehr zu beantragen." Laut Innensenator Bernd Möller leben in Lübeck zurzeit 151 Nationalitäten friedlich zusammen. Ende 2011 hatten fast 20 Prozent der Lübecker/innen einen Migrationshintergrund – das sind etwa 40.760 Personen. Exakt 14.825 von ihnen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit; die Mehrheit verfügt über einen oder zwei Pässe oder Ausweise.

Efe Iyamu Walther (32) hat es nichts ausgemacht ihren nigerianischen Pass gegen den deutschen Ausweis einzutauschen: „I like to be german", sagt die Mutter zweier Töchter, die in Deutschland zur Welt gekommen sind. Für den Fraunhofer-Mitarbeiter Kanglin Chen (31) aus dem chinesischen Shanghai ist die Übergabe der Staatsbürgerschafts-Urkunde so etwas wie die Krönung eines Neubeginns: „Jetzt bin ich endlich kein Ausländer mehr in dem Land, in dem ich mich zuhause fühle", sagt Chen. Senator Möller sagte den neuen Deutschen, dass „ihre Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit auch für uns von großer Bedeutung" sei. Dieser ganz bewusste und wohlüberlegte Schritt mache deutlich, „dass Sie und Ihre Familie sich mit diesem Land und seinen Gepflogenheiten identifizieren und auf Dauer hier leben und unsere Gesellschaft mit gestalten wollen." Abschließend sagte Möller: „Jede neue Staatsbürgerin, jeder neuer Staatsbürger ist ein Gewinn für die Hansestadt Lübeck. Ein Gewinn der zeigt, dass es attraktiv ist, hier in Lübeck zu leben." Jel

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