Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 22. Januar 2013

Hafenstraße: Lübecker hielten inne

Stadtspitze erinnerte an die Brandkatastrophe vom 18. Januar 1996

Rund 100 Lübecker haben am 18. Januar am Gedenkstein in der Hafenstraße an die Opfer des Brandes in einem Asylbewerber gedacht. In der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 1996 brannte das Asylbewerberheim an der Hafenstraße aus. Zehn Bewohner des Hauses starben, 38 wurden zum Teil schwer verletzt. Bis heute steht nicht fest, wie und wo das Feuer ausbrach und wer es gegebenenfalls gelegt hat.

Lübecks Innensenator Bernd Möller und der stellvertretende Stadtpräsident Lienhard Böhning legten an der Gendenkstätte an der Hafenstraße einen Kranz nieder und verneigten sich symbolisch vor den Opfern. Senator Bernd Möller erinnerte an die unendlich dramatischen Szenen der Brandnacht und betonte: „Die damaligen Ereignisse sind nach allen Anzeichen auf Brandstiftung zurückzuführen.“ Allerdings seien die Hinweise und Spuren nicht so weit verdichtet worden, dass eine Täterschaft ermittelt werden konnte. Gerade mit Blick auf die laufenden Ermittlungen im Falle des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) sprach sich Möller dafür aus, die Täter des Hafenstraßenbrandes im rechtsterroristischen Milieu zu suchen. Kevi Mehmud (22) las anlässlich des Gedenkens aus einem Text ihres Bruders Karzan (26). Die beiden Geschwister lebten 1996 mit ihrem Vater Abdulla Mehmud (53) ebenfalls in einer benachbarten Asylunterkunft in der Hafenstraße. Mehmud, der sich auch für das Lübecker Flüchtlingsforum engagiert, will nach 17 Jahren des Gedenkens endlich Gewissheit über den Brand in der Hafenstraße: „Die Wunde ist offen, bis der Brandanschlag geklärt ist“, sagte Mehmud gegenüber der Stadtzeitung.       Jel

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