Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 22. Januar 2013

Unehrenhafter Ehrenbürger

Autor: Rolf Klinkel

Die Grünen

Auf der städtischen Webseite befindet sich eine Liste aller Lübecker Ehrenbürger und deren Lebensläufe. Es wird nichts darüber geschrieben, ob und wie die vor 1919 geehrten Personen sich für Freiheit und Demokratie einsetzten. Die GRÜNE Fraktion beantragt, den Bürgermeister damit zu beauftragen, dies nun zu ändern. Das gilt insbesondere für Paul von Hindenburg, der 1917 fürs Kriegsführen die Ehrenbürgerschaft erhielt. Im April 1925 wurde Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1934 innehatte. Hier endet Hindenburgs Biografie auf der offiziellen Lübecker Webseite. Seine Rolle bei der Machtergreifung der Nazis wird mit keinem Wort erwähnt. So hat Hindenburg am 30. Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler ernannt, ein paar Tage später, am 4. Februar, die Versammlungs- und Pressefreiheit eingeschränkt und am Monatsende gleich alle anderen Grundrechte der Verfassung beseitigt. Damit hat ein Lübecker Ehrenbürger am
28. Februar 1933 die freiheitliche, demokratische Grundordnung der Weimarer Republik zerschlagen und dem Naziterror Tür und Tor geöffnet. Auch Willy Brandt ist Lübecker Ehrenbürger und es ist unerträglich, dasss sein Name in der Liste neben dem eines Türöffners und Förderers der Nazidiktatur steht.

 

V.i.S.d.P.: Rolf Klinkel

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