Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. Januar 2013

Altkleider nicht in Container!

Autorin: Michaela Blunk

FDP

Lübeck plant Altkleidersammlungen in eigener Regie. Die Liberalen erinnern: Deutsche Fachleute gaben in Afrika Rat und Fachwissen sowie deutsche Steuerzahler das Geld zum Aufbau afrikanischer Textilindustrien. Statt Baumwolle billig zu exportieren, blieben Mehrwert und Arbeitsplätze in Afrika. Es wurden sogar Textilien nach Europa exportiert. Bis die Altkleiderflut - die größte aus Deutschland - alles hinweg schwemmte. Seit 20 Jahren gehen Textilfabriken in Afrika reihenweise Pleite. Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Familienschneidereien und Bauern verlieren zu Hunderttausenden ihren Job und Lohn – ohne jede soziale Absicherung! In Deutschland aber verkaufen Wohlfahrtsverbände nicht nur unsere Kleiderspenden (das DRK z.B. 1 Kilo für 5 Cent), sondern auch ihre werbewirksamen Logos an Gewinn orientierte Großunternehmen. Weil eine gespendete Armani-Jeans nur Sortier- und Transportkosten verursacht, wird sie in Afrika bei einem Endpreis von 2,60 Euro zur unschlagbaren Konkurrenz für die einheimischen Waren. Jetzt wollen die Lübecker Entsorgungsbetriebe (EBL) die städtischen Abfallentsorgungen durch eigene Altkleidersammlungen mit finanzieren. Die FDP will aber einen für Lübeck kostenneutralen Weg, ohne in Afrika Wirtschaftsflüchtlinge zu produzieren.

 

V.i.S.d.P.: Thomas Rathcke

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