Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 05. Februar 2013

Kommt der Verkehrs-Gau in Roggenhorst?

Wirtschaft fordert Ausbau der K13 vor Anschlussstellen-Sanierung

Heftiger Schlagabtausch im Gewerbegebiet Roggenhorst: Die Lübecker Bauverwaltung und der Landesbetrieb Straße und Verkehr haben über 300 Gewerbetreibenden im Millenium Palast die Planungen für die Sanierung der Anschlussstelle Moisling präsentiert.

Während die Unternehmer eine „Katastrophe“ durch die fünfmonatige Baumaßnahme befürchten, ist Dr. Stefan Klotz, Bereichsleiter Verkehr der Stadt, optimistisch: „Ich glaube nicht an den Verkehrs-Gau“, sagte Klotz nach der umfassenden Vorstellung des 2,8 Millionen Euro teuren Bauprojektes.

In Kürze: Landesbetrieb und Stadt arbeiten seit über einem Jahr an dem Masterplan für die sukzessive, grundhafte Erneuerung der Autobahnanschlussstelle Moisling. Von April bis Mitte August 2013 sollen alle vier Auf- und Abfahrten zur A1 wechselseitig gesperrt und der Padelügger Weg erneuert werden. Dabei, so betonte Klotz, sei die Erreichbarkeit der Betriebe immer gewährleistet.

Martin Krause, Referent für Standortpolitik bei der Industrie- und Handelskammer Lübeck (IHK), forderte mehr Transparenz: „Zwei, drei Monate reichen nicht aus, um komlizierte, logistische Ketten zu ändern.“

Lübecks Stadtsprecher Marc Langentepe erklärte dazu, dass die Stadt schon im September 2012 auf die Baumaßnahme hingewiesen habe. Kein wirklicher Trost für Schleswig-Holsteins größtes Gewerbegebiet: Die Unternehmer befürchten, dass Kunden das Kreuz als Dauerbaustelle wahrnehmen könnten und einfach wegbleiben. Ein Vorschlag, um das Nadelöhr zu entschärfen, kommt von der Initiative „K13 zuerst!“.  Die beiden Großhändler Dirk Deinert und Matthias Wigger haben 2.500 Unterschriften von 60 Firmen an Bausenator Franz-Peter Boden übergeben. Die Initiative fordert erst die K13 über Steinrade und Stockelsdorf zur A20 auszubauen und dann erst die Anschlussstelle an der A1 in Angriff zu nehmen. Stadt und Land hingegen wollen jetzt bauen. Gründe dafür gibt es viele. Die stellvertretende Leiterin des Landesbetriebes Verkehr Britta Lüth erklärte, dass die 46 Jahre alte Autobahnbrücke über die A1 noch nie saniert worden sei und jetzt verstärkt werden müsse. „Wir können das Bauwerk nicht noch einen weiteren Winter halten, wenn wir jetzt nicht sanieren.“ Hamberges Bürgermeister Paul Beeck hält den Plan der Verwaltung K13 und Anschlussstelle zum gleichen Zeitpunkt fertigzustellen für ein ehrgeiziges Ziel. Auf Hamberge sieht Beeck Probleme zukommen: „Wir sind durch die  geplanten Umleitungen betroffen. Sie machen das auf dem Rücken der Gemeinden Wesenberg, Badendorf die den Umleitungsverkehr über Monate hinnehmen müssen.“ Lübecks Bausenator  Boden findet diese Argumentation mit Blick auf die Sanierung einer überregionalen Verkehrsanbidnung „zu platt“. Boden bietet an, die Vorschläge aus der Informationsverstaltung nochmals objektiv zu prüfen und im Bauausschuss zu präsentieren.     Jel

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