Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 05. Februar 2013

Video-Clips für ein weltoffenes Lübeck

Hanse-Schüler haben Kurzfilme für die Aktion Klopf.Klopf.net gedreht

Die Initiative „Klopf.Klopf. Lübeck ist weltoffen e.V.“ hat Lübecker Schulen dazu aufgerufen, mit Videobotschaften ein positives Zeichen für Frieden und Völkerverständigung zu setzen. Schüler können noch bis zum 28. Februar zweiminütige Kurz-Clips an info@klopfklopf.net senden. Die Filme sollen von der Werkkunstschule Lübeck professionell bearbeitet und dann bei der Kundgebung gegen den Aufmarsch der Nazis im März auf dem Lübecker Markt gezeigt werden.

Berufsschüler der Hanseschule waren schon mit ihren Kameras in der City unterwegs und haben sich mit ihrem Lehrer Klaus Senkbeil den fertigen Clip im Unterricht angesehen. Senkbeil, der auch eine Ausstellung zum jüdischen Leben in Lübeck in der Hanseschule organisiert hat, ist angetan von dem Ergebnis. Darin untermalen düstere Klänge ebenso düstere Gestalten, die sich etwas wirr durch Lübecks Gassen bewegen. Friedlicher wird die schreckliche Musik erst, wenn die Akteure mit ihren Plakaten im Öffentlichen Raum Gesicht zeigen und zu „gechillten“ Gitarrenklängen Transparente durch die Breite Straße tragen. Worte wie Einigkeit, Recht und Freiheit sind auf den Schildern zu lesen oder aber Individualismus. Die meisten dieser symolträchtigen Worte haben die angehenden IT-Systemkaufmänner aus Grundgesetz und Nationalhymne entliehen und einfach in ihre Videobotschaft integriert - passend zur Leitfrage der Klopf.Klopf-Aktion: „In welchem Deutschland wollen wir leben?“ Und in diesem Punkt sind sich die Hanse-Berufsschüler, die erstmalig in diesem Semester als Team zusammengearbeitet haben, offenbar einig. „Wir wollen in einem Land leben, in dem alle willkommen sind -  nur keine Rassisten“, sagt ein Auszubildender eines Lübecker Softwareunternehmens.

Der kurze Streifen, gedreht mit einer Systemkamera und einem Camcorder, sei in nur wenigen Stunden aus dem Bauch heraus entstanden, sagt Kursleiter Klaus Senkbeil. Ebenso spontan seien die Auszubildenden mit ihren Schildern in das Haerder-Center spaziert und mussten dabei erst mal das Sicherheitspersonal von ihrem Anliegen überzeugen, so Senkbeil weiter.

Nicht weniger flott sei auch die eigentliche Idee zu dem Video-Projekt bei Klopf.Klopf. entstanden: „Das Video-Projekt ergab sich wie von selbst aus der Überlegung heraus, junge Menschen, Schülerinnen und Schüler nicht nur sensibel für unsere Geschichte zu machen, sondern sie auch auf die Bedeutung der Gegenwart für die Zukunft auf dem Hintergrund ihres jeweiligen Lebensgefühls anzusprechen und ihre Aktivität und Kreativität herauszufordern“, erklärt die stellvertretende Leiterin der Gemeinnützigen Antje-Peters Hirt, die mit Klopf.Klopf. auch Menschen erreichen will, die sich nicht aktiv an der Gegendemonstration beteiligen können. Jel

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