Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 19. Februar 2013

Betriebsrats-Chef gekündigt

Stadtwerke-Geschäftsführung will Betriebsratsvorsitzenden entlassen

Die Lübecker Stadtwerke haben ihrem Betriebsratsvorsitzenden gekündigt. Dies geht aus einem internen Schreiben an die Mitarbeiter vor, das der Stadtzeitung vorliegt. Danach haben die Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck GmbH und Stadtwerke Netz GmbH den gemeinsamen Betriebsrat am 1. Februar um Zustimmung zur außergewöhnlichen Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden gebeten. Da der Betriebsrat nach Stadtzeitungs-Informationen dem nicht zugestimmt hat, haben die Stadtwerke jetzt ein so genanntes Zustimmungsersetzungsverfahren beim Amtsgericht eingeleitet. Der Rausschmiss sorgt mittlerweile für eine politische Debatte, denn der SPD-Fraktionsvorsitzende Jan Lindenau hat noch am Tage der Stadtwerke-Info an die Mitarbeiter seine Parteifreunde um Sensibilität im Umgang mit den Medien gebeten. CDU-Fraktionschef Andreas Zander hält es für „verwunderlich, dass sich die SPD einen Maulkorb verpassen lässt“. Zander vermutet ein Zerwürfnis zwischen Stadtwerke-Personalleiter Peter Thieß (SPD) und dem Betriebsratsvorsitzenden. Lindenau hält dagegen: „Blödsinn! Niemand hat jemandem einen Maulkorb verpasst. Die Stadtwerke müssten sich jetzt kritische Fragen gefallen lassen.“ Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Stadtwerke Lübeck Holding GmbH Karl-Heinz Denker glaubt ebenfalls nicht an ein Zerwürfnis zwischen Thieß und dem Betriebsratsvorsitzenden. „Ein Personalleiter kann keinen Betriebsratsvorsitzenden kündigen, das kann nur die Geschäftsleitung“, so Denker. Lübecks Gesamtpersonalrat Ludwig Klemm kritisiert die Kündigung. Mit normalem Menschenverstand sei die Entscheidung nicht nachzuvollziehen: „Hier verabschiedet sich ein Arbeitgeber von einem unbequemen Partner.“ Das gehe aber nur mit einem strafrechtlichen Hintergrund.           Jel

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