Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 19. Februar 2013

Facebook auf dem Schulhof

Willy-Brandt-Schüler testen Ratgeber gegen Cybermobbing im Internet

Die 7. Klasse der Willy-Brandt-Schule in Lübeck-Schlutup testet jetzt neue Unterrichts-Materialen über Facebook & Co. Denn in den sozialen Netzwerken steckt viel mehr als nur die pure Freude am Chat mit Freunden. „Die Schüler müssen jetzt schon wissen, wie man mit Facebook umgeht“, sagt Informatik-Lehrer Tim Franzen (35). In seinen Händen hält der Pädagoge ein Schülerheft, das erklärt, was so läuft bei Facebook&Co.

Anhand von etwa 20-minütigen Kursen lernen seine Schüler beispielsweise „echte Meister und falsche Fuffziger“ voneinander zu unterscheiden. Die Aufgabe am vergangenen Freitag: „Benutze die Facebook-Suche und schau dir die Ergebnisse für Bill-Gates an.“ Schon verschwinden die Schüler hinter ihren Bildschirme und tauchen ab in die digitale Welt. Tom und Lasse (beide 13, alle Namen geändert) brauchen nicht lange bis sie den Microsoft-Chef im Internet gefunden haben. „Hier! Drei Millionen Likes. Das ist Gates“, sagen die beiden überzeugt und zeigen Portraits von Gates.

Rund zwei Stunden täglich seien sie „on“, also unterwegs bei Facebook - zum Chatten, Kontakthalten und Spielen. Und das Facebook auch Gefahren habe, das haben Tom und Lasse auch schon gehört: „Da gibt es so Einladungen zu Parties. Bei den Veranstaltungen, da muss man schon vorsichtig sein“, sagt Tom. Am Nachbartisch sitzt Sven, ebenfalls 13: „Wenn keiner „on“ ist, geh ich „off“, beschreibt der Schüler seine Facebook-Gewohnheiten. Aus der Ruhe bringen, von erpresserische Nachrichten, die irgendwo aufploppen und dann auch noch drohen, seinen Account lahmzulegen, wenn diese Mail nicht an 15 weitere Freunde gesendet werde, lässt sich der Junge nicht. „Das nervt einfach nur“, so der lapdidare Kommentar.

Malte (12) wurde das Passwort gestohlen und das obwohl, er wochentags nur 18 Minuten online ist. Die durch die Eltern begrenzte Internet-Zeit, die störe ihn nur wenig, denn schließlich sei er lieber draußen bei seinen echten Freunden. Bei Facebook empfiehlt der Schüler Vorsicht beim „Bilder-Liken“, also beim Gefällt-mir-Klick auf Fotos: „Darin könnten sich Viren verbergen“, sagt Malte.

Mittlerweile haben alle Schüler den echten Bill Gates in den sozialen Netzwerken ausgemacht. Informatik-Lehrer Tim Franzen zeigt ein „Fake“ der Seite - also eine Facebook-Seite, auf der sich jemand das prominente Konterfei des Microsoft-Chefs nur geliehen hat, um es für seine Zwecke zu benutzen. Nach etwa 20 Minuten haben die Willy-Brandt-Schüler ihren Kurs absolviert. Lukas (12) findet Informatik-Unterricht über Soziale Netzwerke hilfreich. Bei Begriffen wie Viren, Spam und Mobbing sei Vorsicht geboten: „Manche vergessen, das Facebook alles speichert“, sagt der 12-Jährige.            Jel 

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