Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 26. Februar 2013

Der Weg von der Steinzeit in die Moderne

Das neue Hansemuseum ermöglicht die direkte Begegnung mit Lübecks Geschichte

Dicker Stoff verhüllt jetzt die Funde auf dem Grabungsgelände des Europäischen Hansemuseums. Der so genannte Blumenhof des Klosters - er ist unter einer grauen Decke verschwunden. Die Archäologen haben alle Attraktionen eingepackt, um sie zu schützen. Im März 2015 sollen die Funde im Europäischen Hansemuseum den Besuchern das Fenster in die Hanse-Geschichte öffnen.

„Die Besucher fahren hinab in die Ausgrabung, in die Vergangenheit und erhalten einen Eindruck von der geschichtlichen Dimension“, sagte Hansemuseums-Architekt Andreas Heller bei der Präsentation eines Modells des geplanten Museums im Burgkloster.

Dort, wo Lübecks Archäologen in den vergangenen Monaten die Blumenhofmauer aus dem 14./15. Jahrhundert freigelegt haben, eine Kloake und einen im Ostseeraum einmaligen Brunnnen aus Granit entdeckt haben, sei ursprünglich ein Ausstellungsraum im Hansemuseum über Ostholstein im
12. Jahrhundert geplant gewesen, erläuterte der wissenschaftliche Leiter des Europäischen Hansemuseums, Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow am Rande einer Veranstaltung. „Für uns sind die Funde ein absoluter Glücksfall. Wir können dem Besucher jetzt im Europäischen Hansemuseum die Ablösung von der slawischen zur deutschen Zeit anhand von Originalbefunden zeigen.“ Auch auf dem Gelände des ehemaligen Bunkers haben die Archäologen schichtenweise Stadtentwicklung freigelegt. Aus den Sedimenten, die etwa dreißig Zentimter über der Sohle des Bunkers liegen, ragen dunkle Hölzer, die nach Angaben von Grabungsleiter Marc Kühlborn zu einer Verschalung gehört haben.

In unmittelbarer Nähe breitet sich ein verrußter runder „Teppich“ über dem lehmigen Boden aus. Das aus der Vogelperspektive betrachtet, schlüssellochförmige Arreal zeigt die Umrisse eines Ofens aus dem 13. oder 14. Jahrhundert.

Rund 15 Kilo Scherbenbruch, den die Archäologen bereits geborgen haben, sprechen dafür, dass hier in größerem Stil Keramik gebrannt worden ist. Unterhalb der Blumenhofmauer, etwa einen Meter über Normalnull, rechnen die Archäologen jetzt mit Mauerfunden aus der Zeit Heinrichs des Löwen. Schon in den 1980er Jahren hätten Archäologen hier westlich zwischen dem Beichthaus und der Grabung Mauerteile aus dieser Zeit gefunden, so Marc Kühlborn. „Es besteht die Hoffnung am Sockel der Blumenhofmauer ein Fundament aus der Zeit Heinrichs des Löwen, also aus den 1180er Jahren zu finden“, sagt Andreas Heller.

Ursprünglich sollte das Hansemuseum am Hansetag 2014 eröffnen. Jetzt werde die Eröffnung auf März 2015 verschoben. Das sei kein Beinbruch, so Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe. „Wir feiern eine Baustellen-Party am Hansetag.“ Jel

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