Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 05. März 2013

29-Jähriger bedroht Bus und Beamte

Mit einer Druckluftpistole hat ein Mann die Polizei in St. Lorenz in Atem gehalten

Brenzlige Situation in St. Lorenz Nord: Ein 29-jähriger Klient der Vorwerker Diakonie hat nachts in angetrunkenem Zustand zunächst mit einer sogenannten Softairpistole auf einen Bus gezielt und anschließend die herbeigerufenen Polizeibeamten mit seiner Waffe bedroht. Nur durch den besonnenen Einsatz der Polizei, die einen Diensthund einsetzte und keinen Gebrauch von der Schusswaffe machte, konnte der Mann gestoppt und anschließend in die Obhut seines Vaters übergeben werden.

Nach Polizeiangaben habe sich am Montag, gegen 0.30 Uhr, ein Busfahrer über Notruf bei der Polizei gemeldet. Der 55-jährige Fahrer sei kurz vor Betriebsschluss Richtung Depot unterwegs gewesen, als auf der Straße ein Mann stand und mit ausgestrecktem Arm und vorgehaltener Waffe, auf ihn zielte. „Der Fahrer hat seine Fahrt fortgesetzt und hat unverzüglich die Polizei benachrichtigt“, sagt Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke. Eine Streifenwagenbesatzung vom 2. Polizeirevier Lübeck habe aufgrund der Beschreibung einen jungen Mann im Bereich der Memelstraße in der Nähe eines Supermarktes gefunden. Als dieser den Polizeiwagen gesehen habe, sei er zunächst über das Parkplatzgelände geflüchtet und an der Einmündung zur Vorwerker Straße stehengeblieben. Dort habe der Mann auf die Beamten gezielt, die aufgrund der Straßenbeleuchtung und des Scheinwerferlichtes ihres Fahrzeuges eindeutig eine Handfeuerwaffe erkannt haben. Trotz mehrfacher Aufforderung die Waffe niederzulegen, habe der Mann weiterhin auf die hinzugerufenen Polizeibamten gezielt. Schließlich sei der Mann mit der Waffe auf die Beamten zugegangen. Daraufhin haben die Beamten, wie über Lautsprecher angekündigt, einen Diensthund eingesetzt . Aus lauter Angst vor dem Hund, habe sich der Mann auf den Boden geworfen und schließlich die Waffe abegelegt.

Bei der vermeintlichen Waffe habe es sich um eine „Softairwaffe“ gehandelt.

Bei dem 29-Jährigen wurde Atemalkoholgeruch festgestellt. Ein freiwilliger Test habe einen Wert von 0,66 Promille ergeben. Der Mann sei einer Amtsärztin vorgestellt worden und an-schließend in die Obhut seines Vaters übergeben worden.

Der Sprecher der Vorwerker-Diakonie, Lutz Regenberg, erklärte auf Anfrage, dass der Mann in einer sogenannten Eingliederungshilfe-Maßnahme betreut werde und in einer Wohngruppe lebe. Dort haben die Beamten weitere Softairpistolen, eine Pumpgun und ein Sturmgewehr gefunden. „Regenberg betont: „Davon hatten wir keine Kenntnis.“ Dem jungen Mann, der ansonsten relativ eigenständig lebe und in einer Werkstatt arbeite, tue der Vorfall Leid, so Regenberg weiter. Jel

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