Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 12. März 2013

Ein öffentliches Ärgernis

Autor: Rolf Klinkel

Die Grünen

Den gesetzlichen Diskriminierungsschutz für ArbeitnehmerInnen hat die katholische Kirche aus ihren sozialen Einrichtungen verbannt. Dort gilt allein das Kirchenrecht, das z.B. ein Heiratsverbot für geschiedene Angestellte, das Verbot gleichgeschlechtlicher Partnerschaften vorschreibt und homosexuellen MitarbeiterInnen nicht erlaubt, lesbische oder schwule Lokale zu betreten. Nach der Sittenlehre der frömmelnden Arbeitgeber sind solche Handlungen „sündhafte öffentliche Ärgernisse“, die mit dem Verlust des Arbeitsplatzes gesühnt werden. Zwar dürfen Kirchen ihre Angelegenheiten selbst regeln, aber wo Kirche drauf steht, ist häufig Staat drin. Bei Caritas und Diakonie finanziert die Kirche selbst nur noch zwei Prozent des Etats, 98 Prozent trägt die Gesellschaft. Auch die Hansestadt zahlt Zuschüsse an soziale Einrichtungen, die ihren Angestellten vorschreiben, wie und mit wem sie zusammen leben dürfen. Wer diskriminiert, darf dafür aber kein staatliches Geld erhalten. Diese Forderung wollten wir in der Bürgerschaft umsetzen. Aber die SPD ist dagegen und lehnte unseren Antrag zusammen mit der CDU ab. Damit erwecken die „Roten“ den Eindruck, schwarze Kirchenrechte seien wichtiger als Diskriminierungs- und Kündigungsschutz für ArbeitnehmerInnen.

 

V.i.S.d.P.: Rolf Klinkel

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