Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 26. März 2013

Keine Alleingänge für die Marke Lübeck

LTM-Chefin Andrea Gastager spricht im Interview über ITB und Marke Lübeck

LTM und Airport Lübeck haben in Berlin auf der ITB gemeinsam für Lübeck geworben. Was hat das gebracht?

Das Wichtigste an der Internationalen Tourismus Börse (ITB) ist für mich das Thema Kooperation. Auf der ITB ist Lübeck mit dem Flughafen in der Norddeutschlandhalle am Schleswig-Holstein-Stand aufgetreten - das war großartig. Wir müssen auf Landesebene noch mehr zusammenarbeiten. Das gilt vor allem für die Aufgaben im Auslandsmarketing. Wenn wir ein starkes Landesmarketing haben, dann profitiert auch Lübeck davon. Deshalb setze ich mich dafür ein, mehr gemeinsam zu machen und Synergien zu schaffen.

Was haben Sie konkret mitgenommen?

Es wird Gespräche zwischen Land, Stadt und dem neuen Flughafen-Betreiber Mohamad RadyAmar darüber geben, wie wir gemeinsam mehr ausländische Gäste werben können. Die neuen Destinationen Sizilien und Portugal sind für uns nicht die interessanten Auslandsmärkte, die viele Touristen nach Norddeutschland bringen. Wir brauchen Flugverbindungen zum Beispiel nach Österreich, in die Schweiz und nach Skandinavien.

Stichwort „Wachstumsstrategie 2020“ - Lübeck will 2 Millionen Übernachtungen erreichen, dafür soll es jetzt ein Umsetzungsmanagement unter Vorsitz von Senator Schindler geben. Was soll die neue Task-Force bringen?

Das ist das zentrale Thema überhaupt. Uns war wichtig, dass Konzepte wie das „Touristische Entwicklungskonzept“ oder das „Erfolgsmuster der Marke Lübeck“ nicht in der Schublade verschwinden, sondern dass wir kontinuierlich daran arbeiten. Daraus ist die Wachstumsstrategie 2020 entstanden. Wir sehen uns dabei als Motor und Motivator und haben klare Ziele formuliert: 2 Millionen Übernachtungen. Dafür gibt es jetzt ein Zehn-Punkte-Programm, das nach und nach abgearbeitet werden kann.

Wie sollen die sehr heterogenen Seiten der Marke Lübeck zusammengehen?

Wir müssen daran arbeiten, die Marke Lübeck weiter in den Vordergrund zu stellen und ein einheitliches Layout zu entwickeln. Und es ist wichtig, die Marke Lübeck in Geschichten und Bildern zu kommunizieren. Denn die Menschen entscheiden nicht nach austauschbaren Slogans, Labels und Logos.

Welchen Slogan würden Sie Lübeck geben?

Gar keinen. Wir brauchen Gefühlswelten und wir müssen die Menschen mit Bildern und Geschichten überzeugen.

Definieren Sie mit der „Wohlfühlhauptstadt“ einen Teil der Marke Lübeck?

Natürlich. Wir haben dieses Label geschaffen, um Neubürger, Fach- und Führungskräfte für Lübeck zu werben. Das Thema Lebensqualität ist die neue Währung im Wettbewerb der Städte und Regionen und da können wir in Lübeck punkten. Wohlfühlhauptstadt bedeutet ja auch günstigere Mieten als zum Beispiel in Hamburg, in zwanzig Minuten am Strand sein, am Wasser wohnen, tolle Altbaustruktur - all diese Standortvorteile haben uns Bürger, Touristen und Unternehmen verraten, als wir sie zu den Erfolgsmustern der Marke Lübeck befragt haben.

Sind die Lübecker zu selbstkritisch?

Das beste Bild von Lübeck haben die Touristen. Die Lübecker sind sehr kritisch mit ihrer eigenen Stadt. Anders als unsere Gäste kennen die Lübecker natürlich auch die schwierigen Themen und unschönen Ecken. Aber die allermeisten finden auch sehr viel Liebenswertes an Lübeck. Wir wünschen uns einfach, dass die Lübecker mehr zu Botschaftern ihrer Stadt werden, deshalb zeigen wir auch Einheimische und ihre Lieblingsplätze auf unserer Internetseite.

Wie steht es um das Verhältnis von Lübeck und Travemünde? Da gibt es ja oft Dissonanzen?

Wir sind Lübeck und Travemünde. Travemünde ist einer der Haupttreiber der Marke Lübeck. Kulturstadt und Seebad, das ist die ideale Verbindung und eine große Besonderheit. Deshalb haben wir unsere neue Internetseite so aufgebaut, dass man permanent zwischen Lübeck und Travemünde, zwischen Stadt und Strand wechseln kann.

Viele Travemünder fühlen sich von Lübeck oft nicht mitgenommen, wenn es um wichtige Dinge geht?

Mich macht das betroffen, weil wir zusammen an einem Strang ziehen müssen und nicht gegeneinander. Im Veranstaltungsmanagement haben wir inzwischen viele Kritiker überzeugt.

Was ist mit der Zusammenlegung von Kurbetriebs- und Wirtschaftsausschuss?

Ich empfinde das als Vorteil für Travemünde, weil dann die Belange Travemündes noch intensiver im Wirtschaftsausschuss diskutiert werden würden.

Viele Travemünder sehen hierin aber wieder eine Bevormundung von Lübecker Seite?

Für mich ist das eine positive Kooperation. Ich würde mir wünschen, dass alle Lübecker und Travemünder Lübeck-Travemünde als eine Heimat sehen.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de