Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 26. März 2013

Sanierungsstau bei den Schultoiletten

Gebäudemanagement legt Mängelbericht vor – OzD erhält neue Toiletten für Jungs

Die Gymnasiasten der Oberschule zum Dom (OzD) können aufatmen. Denn die Tage in denen der Gang auf die Schultoilette mit Naserümpfen und Unbehagen verbunden war, sind gezählt. Die Schule erhält 120.000 Euro für neue Sanitäranlagen aus dem Budget für Bauunterhaltung. Laut Gebäudemanagement ist die OzD die einzige Schule, die 2013 frisches Geld für ihre Schultoiletten bekommt. Alleiniger Grund dafür ist die Drohung des Gesundheitsamtes die WC-Anlagen wegen hygienischer Mängel zu schließen. Endlich wieder Durchatmen in der Pipi-Pause - das wurde auch Zeit, so sehen es zumindest viele Schüler der OzD. Ein Sextaner merkt kiechernd an: „Es gibt keine Klobürsten, weil da früher immer mit Sch... gemacht worden ist. Deshalb ist es hier ganz dreckig, und man will nicht aufs Klo gehen und benutzt lieber das Stehklo.“

Doch der pädagogische Klobürsten-Entzug ist nicht das eigentliche Problem im Sanitärbereich der Oberschule zum Dom. Laut Hausmeister Friedrich Wigger sind verstopfte Leitungen und marode Fußböden die Hauptgeruchstreiber: „Es ist sehr schön, wenn die Toiletten renoviert und gemacht werden. Verstopfte Toiletten und Pissoirs, das liegt hier täglich an. Denn die sind so dicht, dass sie bei der kleinsten Kleinigkeit verstopfen“, sagt der Hausmeister, der mit einem Pümpel -  einer Gummisaugglocke - täglich mehrmals die Becken für seine Schüler wieder durchgängig macht. Erleichterung auch bei Tobias Wulff (18), Sprecher des  11. Jahrganges: „Jeder geht hier ungerne zur Toilette. Und dann diese gelbe Farbe, die war echt ein Griff ins Klo“, kritisiert der Schüler vorangegangene Verschönerungsversuche.

Das Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck hat mit dem „Toiletten-TÜV“ einen Beschluss der Lübecker Bürgerschaft umgesetzt. Nach einem Besuch von Kommunalpolitikern in der Pestalozzi-Schule sollte ermittelt werden, wie hoch der Investitionsbedarf bei den Schultoiletten in der Hansestadt eigentlich ist. Der Bericht beziffert das Auftragsvolumen für marode Sanitäranlagen auf 3,2 Millionen Euro in den kommenden sechs Jahren. Das Investitionskonzept, so bezeichnet es der Bereichsleiter des Gebäudemanagements Dennis Bunk, unterteilt den Zustand der WC-Räume an Lübecks Schulen in drei Kategorien. Bei Anlagen mit der Priorität A sei die Sanierung in 2013/2014 fällig. Bei B von 2015 bis 2018 und C erst nach 2018. Insgesamt besteht laut Bericht bei 39 von 584 WC-Räumen dringender Sanierungsbedarf. Allein dafür seien 743.000 Euro erforderlich. Neben den WC-Räumen an der OzD werden 2013 keine weiteren Räume nachhaltig saniert, wegen Geldmangel. Nur Notmaßnahmen seien drin, so Dierk Wallendzik, Gruppenleiter beim Objektservice des Gebäudemanagements: „Wenn eine Toilette kaputt geht, tauschen wir die auch aus. Kein Schüler muss sich auf blankes Porzellan setzen.“ Bei 1.000 Gebäuden, die die Hansestadt unter ihrer Obhut habe, bräuchte das Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck langfristig ein Instandsetzungskonzept für alle Gebäude und dafür auch mehr Personal: „Der Objektservice ist mit zehn Leuten einfach unterbesetzt“, so Dennis Bunk. Jel

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de