Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 02. Februar 2010

Autoverkehr und Weltkulturerbe

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Der Blick vom Petriturm auf die Dachlandschaft der Lübecker Altstadt ist unvergleichlich und bietet einen erhebenden Eindruck von der Gestaltungsqualität des Weltkulturerbes. Dies schätzen sowohl Einwohner als auch Touristen, die gleichwohl auch die baulichen Sünden von hier oben gut erkennen können. Dabei stechen vor allem die Parkhäuser ins Auge, die das kleinteilige Grundstückmuster des mittelalterlichen Stadtentwurfs aufbrechen und dabei ein Armutszeugnis davon geben, wie wir mit unserem denkmalgeschützen baulichen Erbe umgehen: Es muss sich alles dem Autoverkehr unterordnen. Weltkulturerbe hin und her. Dabei ist letztlich klar, dass eine mittelalterliche Stadt nicht für Autos, Lastwagen und schwere Busse gebaut wurde. Dies wollen wir aber offenbar einfach nicht wahrhaben. Erneut zeigt dies die aktuelle Diskussion um eines dieser Parkhäuser, das wegen Sanierungsbedarf vorübergehend geschlossen wird. Anstatt dies zum Anlass zu nehmen, die Altstadt nach und nach vom Verkehr zu befreien, werden jetzt hektisch Alternativen gesucht, damit in der Innenstadt kein einziger Parkplatz verloren geht. Gleichzeitig stehen am Stadtrand teuer erbaute Parkhäuser leer. Hier muss ein Umdenken erfolgen und es endlich weitere Schritte im Hinblick auf die Entlastung der Altstadt vom Autoverkehr geben. In diesem Jahrtausend hat es bei diesem Thema noch keine Bewegung gegeben. Zu tief sitzt noch die Angst vor einem erneuten unversöhnlichem Kampf der unterschiedlichen Interessensgruppen. Im Jahr 2010 muss die Verkehrsberuhigung jedoch endlich wieder auf die Tagesordnung - je eher desto besser!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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