Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 02. April 2013

Republikplatz

Autor: Rolf Klinkel

Die Grünen

Vor achtzig Jahren übernahmen die Nazis die Macht in der damaligen Freien und Hansestadt Lübeck. Zwei Wochen später, am 18. März 1933, strichen die neuen Lübecker Machthaber den Namen Republik aus dem Lübecker Straßenverzeichnis. Den Republikplatz, dessen Name für Freiheit, für Demokratie und für Volksherrschaft stand, nannten die Nazis fortan Hindenburgplatz. So heißt der Platz noch heute. Der Namensgeber war Reichspräsident und hatte Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Bis Ende Februar beseitigte das Staatsoberhaupt mit einer Notverordnung alle Grundrechte der Verfassung. Dazu meint unsere Fraktion: Hindenburg war Militarist und Monarchist und hatte für die freiheitliche, demokratische Grundordnung der Weimarer Republik nichts übrig, weshalb er diese auch gleich nach Hitlers Machtübernahme zerschlug. Erst damit ermöglichte er den Naziterror und öffnete einer zwölfjährigen Schreckensherrschaft Tür und Tor. Mit Fug und Recht kann Hindenburg als Totengräber der ersten deutschen Demokratie bezeichnet werden. Mit diesem Namen darf der frühere Republikplatz aber nicht länger beleidigt werden. Wir werden uns im Dialog mit den AnwohnerInnen dafür einsetzen, dass der Republikplatz wieder seinen alten Namen erhält.

V.i.S.d.P.: Rolf Klinkel

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de