Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 09. April 2013

Lübeck will weiter wachsen

Stadt konzentriert Kernpunkte für zukunftsorientiere Stadtentwicklung bis 2030

Die Konzepte für Lübecks Zukunft liegen vor. Im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus präsentierten Bürgermeister Bernd Saxe und seine Senatoren Franz-Peter Boden (Bauen), Sven Schindler (Wirtschaft) und Bernd Möller (Umwelt) Entwicklungsszenarien für die Bereiche Wohn-, Gewerbe- und Landschaftsplanung.

„Wir erleben einen Trend zur Reurbanisierung, einen Rückzug der Menschen in die Stadt", umriss Saxe Herausforderungen, die Wohnungsmarkt und Gewerbeflächenentwicklung gleichermaßen betreffen. Bausenator Boden erklärte, dass die Gutachten einem Gesamtkonzept dienten, das zukünftig auch für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes benötigt werde. Nach Berechnungen der Stadtplaner, liege das Wohnungs-angebot in Lübeck mit 115.200 Einheiten im Durchschnitt. Bei der Bevölkerungsentwicklung gebe es jedoch eine Trendwende: „Die Wanderungsverluste ans Umland sind rückläufig, aber wir haben Wanderungsverluste in den Altersgruppen in der Familiengründungsphase", so Senator Boden. Um dem demographischen Wandel und dem Wegzug jüngerer Familien in die Metropolen zu begegnen, will Lübeck vor allem eines - im Bestand wachsen. Boden: „Wir haben einen zusätzlichen Bedarf an 850 Wohneinheiten und brauchen eine Verbesserung und Anpassung im Bestand." So müssten Baulücken konsequent erschlossen werden und der Wohnstandort Lübeck neu definiert werden. „Wir können urbanes Wohnen anbieten", konstatierte Senator Boden mit Blick auf immer teurer werdenden Wohnraum in Hamburg. Lübecks Wirtschaftssenator Sven Schindler hob die Attraktivität Lübecks als einziges Oberzentrum in der Metropolregion hervor. „Wir haben hier ein Entwicklungspotenzial von 6.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Stadt bis 2025/2030." Neue Arbeitsplätze sollen auf zusätzlichen 56 Hektar Gewerbefläche entstehen. Großansiedlungen seien darin nicht enthalten. Rund 70 Millionen Euro sollen durch zukünftige Gewerbeansiedlungen durch Steuern in die Stadtkasse fließen.

Was die Branchen anbelangt, so sieht Wirtschaftssenator Sven Schindler Chancen in den „Clustern" Ernährungswirtschaft, Medizintechnik, Logistik und Tourismuswirtschaft.

Umweltsenator Bernd Möller ordnete das Konzept seines Fachbereiches, die Landschaftsplanfortschreibung Klimawandel in Lübeck, in die vorangegangenen Konzepte ein. „Wir wollen Reurbanisierung klimaangepasst weiterentwickeln", sagte Möller und nannte negative Folgen und positive Begleiterscheinungen des Klimawandels in Lübeck: „Palmen und blühender Oleander bald auch in Lübeck ...", scherzten die Senatoren über mediterrane Tourismusperspektiven im Norden.

Bis Ende des 21. Jahrhunderts werde es in Lübeck 2 Grad wärmer. Das sei nicht nur angenehm. Es werde vermehrt Wetterextreme wie Starkregen und Hochwasser geben. Das habe auch Folgen für die Landschaftsplanfortschreibung. So werde der Lübecker Stadtwald mehr und mehr auf Laubbaumwirtschaft umstellen. Dies werde auch durch einen neuen Wettbewerb möglich, an dem sich die Stadt beteiligt.

Alle drei Konzepte sollen jetzt inhaltlich miteinander verschränkt werden. Laut Saxe gibt es keine maßgeblichen Interessengegensätze bei den einzelnen Papieren. Und auch für Bausenator Boden geht es nicht darum, drei Konzepte nebeneinander zu präsentieren, sondern Anregungen und Wünsche aus verschiedenen Bereichen in Einklang zu bringen.

Dies sei beispielhaft beim Neubaugebiet Hubertus gelungen: „Es geht nicht darum drei Wünsche auf die Fläche zu legen, sondern um qualitative Bewertungen." In dem Verfahren in Hubertus habe es eine Vielzahl von Anregungen und Wünschen des Naturschutzes gegeben, denen Rechnung getragen wurde, betonte Boden. Jel

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