Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. April 2013

Zank um Seniorenbeiräte in Heimen

Bewohnerbeiräte lehnen Seniorenbeiräte bei ihren Sitzungen ab

Gedrückte Stimmung bei der letzten Sitzung des Lübecker Seniorenbeirates: Arbeitskreis-Leiter Werner Macziey verblüffte mit der Nachricht, dass der Großteil aller städtischen Heimbeiräte in den SeniorInneneinrichtungen nur wenig Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat habe. Macziey: „Von 13 Heimen sind nur zwei Heime dem Seniorenbeirat genehm.“ Dies habe ihm die Leiterin der städtischen SeniorInneneinrichtungen Sigrid Roggensack am Telefon mitgeteilt.

Vorangegangen war eine Anfrage des Seniorenbeirates in sämtlichen Alten- und Pflegeheimen, auch den privat geführten. Darin wollte der Seniorenbeirat unter anderem wissen, wie das Gremium von den Heimbeiräten wahrgenommen wird.

Werner Macziey denkt jetzt darüber nach, in welcher Form es überhaupt noch Sinn macht, sich um die Heime zu kümmern.Ebenfalls „erschüttert“ reagierte der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates Peter Jugert. Es gehe nicht darum, den Arbeitskreis „Leben und Wohnen im Alter“ im Seniorenbeirat ad acta zu legen: „Die Frage ist, was machen wir falsch? Was müssen wir ändern?“

Sigrid Roggensack, Bereichsleiterin für acht städtische SeniorInneneinrichtungen, kann das Ganze so nicht nachvollziehen. In acht städtischen Einrichtungen hätten vier Bewohnerbeiräte auf die Anwesenheit von Beisitzern aus dem Seniorenbeirat verzichtet, stellte die Bereichsleiterin auf Anfrage klar. Es sei allein Sache der Bewohnerbeiräte gegebenenfalls auf die Unterstützung des Seniorenbeirates zu verzichten: „Das müssen wir so respektieren“, erklärte Roggensack mit Blick auf das Selbstbestimmungsstärkungsgesetz, das ehemalige Heimgesetz.

Neben offensichtlichen Akzeptanz-Problemen bei einigen Beiräten in den Heimen, beschäftigte sich der Seniorenbeirat auch mit der Planung seiner 20-Jahr-Feier im kommenden Jahr. Das Jubiläum soll im Rahmen der Stunde der Begegnung im Lübecker Rathaus gefeiert werden, so das Ergebnis einer Abstimmung. Weiterhin arbeiten die Senioren anlässlich ihres Jubiläums an einer 40-seitigen Dokumentation über „20 Jahre Seniorenarbeit in Lübeck“ und sie wollen die Kommunikationsstrukturen im Beirat weiter verbessern.

Eingefordert wurde auch die Bekanntgabe der Stellenausschreibung für eine Verwaltungsfachkraft für den Seniorenbeirat. Die Stelle sei laut Bürgerschaft bewilligt und werde dringend gebraucht.

Ein Kritikpunkt in Richtung der Parteien ist der geringe Rücklauf einer Umfrage zur Relevanz der Senioren in den Parteiprogrammen für die kommende Kommunalwahl. Die Senioren haben sogenannte „Wahlprüfsteine“ bestehend aus jeweils fünf Themenkomplexen und dazugehörigen Fragen an die Parteien verschickt. Hier nur exemplarisch eine Frage: „Welchen Stellenwert hat für ihre Partei die ehrenamtliche Arbeit älterer Menschen in Lübeck und was werden Sie zur Stärkung dieser Arbeit tun?“ Der Seniorenbeirats-Vorsitzende bittet um Rückantwort: „Bisher haben wir nur eine Antwort von einer Partei bekommen.“    Jel

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