Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 16. April 2013

Streit schlichten bevor es eskaliert

Kultursenatorin zeichnete Streitschlichter aus

Rasoul Khalkhali hat wahrhaft Entertainer-Talent. Bei der Verleihung der Zertifikate für die Streitschlichterausbildung sang der Schulsozialarbeiter phantasievolle, orientalische Lieder. Und die 24 Schüler und Schülerinnen, der Heinrich-Mann-Schule, des Johanneums und der Strakerjahn-Schule hatten ihre helle Freude an dem Pädagogen, mit dem sie im Februar in der Scharbeutzer Jugendherberge drei Tage lang Mediation, also das Schlichten von Streit gelernt hatten.

Senatorin Annette Borns begrüßte die Schüler im Beisein ihrer Schulleiter im Audienzsaal des Lübecker Rathauses und erinnerte daran, dass der Saal mal Gericht war. Auch heute noch werde im Rathaus an konstruktiven Lösungen für Konflikte und in der Bürgerschaft dem richtigen Weg für die Stadt gearbeitet, so Borns. Moderiert wurde die etwa einstündige Feier von zwei Schülerinnen. „Rasoul hat uns ganz schön auf Trab gehalten - 30 Stunden Streitschlichterausbildung“, betonten die beiden Schülerinnen. Neben dem Erwerb von sozialen Kompetenzen, sollten die Jugendlichen auch einen stärkeren Sinn für die Zusammenarbeit der Schulgemeinschaft entwickeln. Khalkhali unterstrich: „Ihr nehmt unheimlich viel mit.“ 180 Jugendliche habe er in den vergangenen Jahren ausgebildet. Sein Fazit: „Egal aus welcher Schule die Jugendlichen kommen, sie werden nach der Schule zusammenarbeiten.“ Und im Arbeitsalltag werden Konflikte unausweichlich seien. Die Kenntnis davon, wie Konflikte eskalieren, sei da von besonderem Wert.  Das bestätigt auch Maximilian Hinsch (15). Der Schüler des Johanneums, der während der Feier Filmmusik aus „Ziemlich beste Freunde“ am Klavier spielte, erklärte: „Man weiss jetzt, wie man Streit verhindern kann bevor er eskaliert.“  Der Leiter der Heinrich-Mann-Schule Rolf Crüsemann-Brockmann hat sich die Mediatoren-Ausbildung selbst vor Ort angesehen. Es habe geprickelt, obwohl vorher nicht klar gewesen sei, ob Schüler aus unterschiedlichen Schulen miteinander klarkommen. Möglich wurde der kooperative Streitschlichter-Workshop durch die Haukohlstiftung und das Netzwerk Stadtteil und Schule in Moisling. Die Haukohl-Stiftung fördert das Projekt im Bereich Gewaltprävention erstmalig mit 2.650 Euro.. Jel

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