Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 23. April 2013

Kein Grund zum Feiern

Autor: Hans-Jürgen Martens

Die Linke

Vor 20 Jahren nahm in Berlin die erste Tafel in Deutschland ihre Arbeit auf. Die dritte Tafel wurde 1996, nach Hamburg 1994, in Lübeck gegründet. Das Prinzip jeder Tafel ist das Einsammeln von Lebensmittel von Händlern u. Gaststätten, die am gleichen Tage nicht verkauft wurden. Diese Lebensmittel werden dann an Bedürftige, wie Hartz IV Empfänger und Personen mit Armutsrenten verteilt. Für Tafeln arbeiten meistens Ehrenamtliche oder vom Jobcenter geschickte 1 Euro-Jobber. Zunächst war die Einrichtung einer Tafel nur als absolute Nothilfe gedacht. Mit der Einführung von Hartz IV begann die eigentliche Geschichte der „Armutsindustrie“ im schönen „Wohlstandsland“ Deutschland. Inzwischen gibt es bundesweit mehr als 900 Tafeln. In Lübeck gibt es sieben stark frequentierte Ausgabestellen. 20 Jahre Tafeln in Deutschland kein Grund zum feiern. Tafeln sollen den Staat von seiner Fürsorgepflicht gegenüber Bedürftigen entbinden. Ein Staat der 1000 Tafeln braucht ist ein Staat der sich vom Sozialstaatsprinzip längst verabschiedet hat. Jobcenter schicken ihre „Kunden“ zur Tafel, damit sie nicht länger hungern müssen. DIE LINKE. fordert ein Bedingungsloses Grundeinkommen von dem Menschen auch leben können. 20 Jahre Tafeln und Armut in Deutschland sind genug.

 

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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