Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 23. April 2013

Kriminalstatistik beunruhigend

Autor: Martin Böhlke

BfL

Die Lübecker Kriminalstatistik 2012 weist den niedrigsten Stand seit 30 Jahren aus. Wir glauben, dass diese Statistik nicht repräsentativ ist. Eine andere Übersicht zeigt, dass allein im Bereich des ZOB von 2011 bis 2012 eine Kriminalitätssteigerung von rund 15 % gegeben war. Hintergrund der positiven Statistik ist unter anderem, dass Sicherheitspolitiker aller Parteien mit negativen Bilanzen nicht die eigene Kompetenz in Frage stellen lassen wollen. Zudem gilt die Devise „Ein Täter – ein Fall“. Aus dem Ausland begangene Straftaten werden nicht mitgezählt. Zudem fehlt die Dunkelfeldanalyse, die zwischen begangenen und am Ende registrierten Verbrechen unterscheidet. Eine Umfrage der Polizeigewerkschaft ergab, dass in NRW in einem Jahr 71 Mal mehr schwere Körperverletzungen begangen wurden als offiziell bekannt war. Oft kommt es zu dieser Diskrepanz, weil aus Scham oder Angst nicht bei jeder Straftat wirklich Anzeige erstattet wird. Es ist wichtig, dass wir mit belastbaren Zahlen arbeiten und planen können. Die tatsächliche Kriminalstatistik ist weiterhin beunruhigend. Wir müssen daher wachsam die Entwicklung verfolgen. Die Arbeit unserer Polizei darf nicht weiter durch Personalabbau und technische Mängel in der Ausstattung geschwächt werden.

 

V.i.S.d.P.: Volker Krause

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