Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. April 2013

Konferenz für eine inklusive Gesellschaft

Bildungskonferenz legte Basis für Inklusionsformen in Lübeck

Rund 200 Akteure aus Lübecker Bildungseinrichtungen haben sich in der vergangenen Woche in der Geschwister-Prenski-Schule zur 8. Bildungskonferenz getroffen. In fünf interaktiven Workshops diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen den Begriff Inklusion und seine Bedeutung für die Lübecker Bildungslandschaft. Lübecks Bereichsleiter Schule und Sport Friedrich Thorn erklärte am Rande der Konferenz: „Bei dieser Bildungskonferenz geht es vor allem darum, einen vielschichtigen Zugang zum Thema Inklusion zu bekommen.“ Inklusion, so Thorn, sei mehr als nur Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen und Forderungen, wie „Kein Kind bleibt zurück“, dies seien bloße Parolen, die bei der 8. Bildungskonferenz in Lübeck erstmals mit Leben gefüllt werden. Etwas greifbarer als bei üblichen Tagungen wurde die abstrakte Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe an der Gesellschaft in fünf Stationen: Im Kunst-Café, in den Kinderwelten, im Improtheater, beim Austausch inklusive und der Station Kurzfilme. In einem Klassenzimmer der Geschwister-Prenski-Schule saßen die Pädagogen auf Schulstühlen und sahen sich drei Kurzfilme an. Ein Film aus der Schweiz zeigte einen Menschen, der verkleidet als Teddybär in einer Fußgängerzone steht, erst isoliert, von Passanten gemieden und dann umarmt von Mitmenschen, die den Bären nicht als Bedrohung wahrnahmen sondern als kuscheliges Gegenüber. Ein anderer Film zeigte Lübecks Mixed Pickles, einen Verein für Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderung. „Bildet euch nicht ein, ihr würdet besser sein ...“ sangen die Mädchen und Jungen während einem Spaziergang durch die City. Der dritte Kurzfilm zeigte, und das monierten einige Teilnehmer, schwule Männer in allzu gestellter Pose. Ein Thema, das auch Peter Schwarzpaul (28) in seiner Sozialarbeit bei Nasowas, der Informations- und Beratungsstelle für junge Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Queere in der Mengstraße beschäftigt. „Das Thema Homosexualität an Schulen ist immer noch ein Tabuthema. Inklusion würde bedeuten, Schwule und Lesben nicht auszugrenzen“, sagt der Berufspädagoge.

In einem Punkt waren sich die Teilnehmer im Kino-Workshop einig: „Inklusion muss zur Normalität werden, dann ändert sich auch das Bewusstsein für das Anderssein.“  Jel

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