Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 21. Mai 2013

Belastungsprobe in der Stadtschule

Sachverständige prüfen Schuldecke. Schulstandort in Travemünde bleibt

Stresstest an der Klassenzimmerdecke: Statiker und Sachverständige haben sich Anfang vergangener Woche erneut die maroden Decken der Travemünder Schule angesehen. Wie berichtet, hat das Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck Risse an der Deckenkonstruktion festgestellt und den Putz großflächig entfernen lassen, um Schaden und Sanierungsumfang beurteilen zu können. Dierk Wallendzik vom Gebäudemanagement der Stadt erklärte bei einem Vor-Ort-Termin in der Schule: „Wir prüfen, ob die die Rippendecke statisch tragfähig ist, um sie später als Traggerüst zu erhalten.“ Voraussichtlich werde nach Beendigung der Prüfungen damit begonnen, Unterdecken einzuziehen, die nicht mit den Originaldecken verbunden werden.  Eine Belastungsprobe soll jetzt Gewissheit bringen, ob der Verbund aus Tonziegeln hält: Prof. Dr.-Ing. Siegfried Bausch von der Materialprüfanstalt Schleswig-Holstein erklärte dazu, dass an einigen ausgewählten Stellen der Decke dazu die Belastung und die Durchbiegung gemessen werde. Für die komplexe Bauphysik aus den 1930er Jahren fehlt Anja Brandt (49) offenbar jegliches Verständnis. Die Elternbeiratsvorsitzende bemängelt indes den Baustopp und die provisorische Unterbringung von 68 Schülern in der Schule am Meer. Brandt fordert eine zügige Lösung von der Verwaltung und zwar noch vor den Ferien. Mit einem Protestzug ist die Beiratsvorsitzende für ihre Forderung sogar durch die Vorderreihe gezogen. „Die Stadtschule ist gerade das Stadtthema in Travemünde“, sagt Schulleiterin Doris Jürs. In ihrem Büro laufen die Telefondrähte heiß. Besorgte Eltern wollen wissen, wie es weitergeht mit der Grundschule an der St. Lorenz Kirche. „Die größte Elternsorge ist, dass die Schulstandorte in Travemünde zusammengelegt werden“, so Jürs. Und die Kinder? Das Hauptproblem für einige Pennäler ist der Verkehrslärm der Bushaltestelle vor der Türe und - wenn die Bauarbeiten wieder laufen - das Gehämmer. „In unserem alten Klassenraum konnte man friedlich lernen“, sagt Nick (10). Ein anderer Schüler, der sich wegen der Unruhe ins Büro der Schulleiterin verkrochen hat, hofft, dass die Baustelle bald weg ist. Denn irgendwann einmal, solle ja auch seine kleine Schwester in die Stadtschule gehen. „Bis dahin ist hoffentlich alles wieder o. K.“ sagt der Schüler. Nach Angaben der Stadt ist mit einer Fertigstellung der Deckensanierung in der Travemünder Stadtschule nicht bis zum Ende der Sommerferien zu rechnen. Deshalb arbeitet die Verwaltung jetzt an alternativen Unterbringungsmöglichkeiten. Wie diese aussehen werden, das ist derzeit noch völlig offen. Eine Schule aus Containern, so sagt die Elternbeiratsvorsitzende Anja Brandt, sei zumindest an der Stadtschule nicht möglich.  „Dann haben die Baufahrzeuge keinen Platz mehr“, so Anja Brandt. Jel

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