Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 04. Juni 2013

Der Großnäsige für St. Annen

Museum erhielt altes Porträt eines Lübecker Kaufmanns

Ob er hochnäsig war, wissen wir nicht, aber großnäsig war er – und so wohlhabend, dass er sich von einem holländischen Meister malen lassen konnte: So blickt der Lübecker Kaufmann Mathias Mulich (1470 - 1528) aus einem Bild, das Jacob Claesz von Utrecht um 1520 von ihm schuf. Es ist ein frühes weltliches Porträt in der Hansestadt, stammt von einem der bedeutendsten Maler seiner Zeit und kehrte jetzt heim. Mit Hilfe der Kulturstiftungen des Landes und der Länder sowie eines spendablen Lübeckers – er will nicht genannt werden – wurde es auf einer Auktion in New York erworben (man spricht von 350.000 Dollar) und wertet die international renommierte Mittelalter-Sammlung des St. Annen-Museums weiter auf. Das für die Zeit typisch kleine (42 x 30 cm), auf Eichenholz gemalte Bild ist sehr gut erhalten. Mit dem 2011 erworbenen Gavnö-Rentabel ist Lübeck jetzt weltweit ein „Utrecht"-Zentrum. Das Porträt erzählt auch ein Stück Lübecker Geschichte. Denn Mulich, ein Mann mit Migrationshintergrund (sein Vater war aus Nürnberg zugewandert), heiratete in zweiter Ehe Katharina Kortsack, die mit den Lübecker Patrizierfamilien Castorp und Kerckring verschwägert war. Er wurde neben ihr in St. Katharinen beigesetzt. Da sie kinderlos waren, vermachte er sein beträchtliches Vermögen von 25.000 Mark lübsch dem Heiligen-Geist-Hospital und der Kupfermühle in Bald Oldesloe. Güz

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