Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 11. Juni 2013

Deutsche Straßenfußballmeisterschaft in Lübeck

Hamburg holte den Titel – Das Lübecker Team landete auf dem zehnten Platz

Nach knapp 60 Partien an zwei Spieltagen stand der Sieger fest: Das Team „Jugend hilft Jugend“ aus Hamburg gewann am Samstag, die Deutsche Meisterschaft im Straßenfußball. „Die Mannschaft gehörte von Anfang an zu den Favoriten“, sagte Sönke Dethleff von der Vorwerker Diakonie, der die Spiele als „Stadionsprecher“ kommentierte. Zweiter wurde das Team Düsseldorf, auf den dritten Platz kam das Team Gifhorn. Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten hunderte Lübecker und Touristen die Spiele auf dem Lübecker Markt. Und genau das war das Ziel: „Die Mannschaften bestehen aus Spielern, die wohnungslos sind, aus einer Suchttherapie kommen oder vom Verkauf von Straßenzeitungen leben“, so Katrin Kretschmer vom Anstoß e.V., der die Deutsche Straßenfußballmeisterschaft gemeinsam mit der Vorwerker Diakonie organisiert hat. „Wir wollen sie und ihre Geschichten vom Rand in die Mitte der Gesellschaft holen. Und dafür bietet sich so ein zentraler, repräsentativer Ort natürlich an.“ Außerdem sei Straßenfußball für die Passanten einfach spannend anzusehen. „Durch das kleinere Spielfeld mit Bande sind die Spiele sehr rasant.“

Das Lübecker Team, das von der Vorwerker Diakonie betreut wird, landete auf dem zehnten Platz. „Wir sind zufrieden“, meinte Trainer Torben Baars. „Von sieben Spielen haben wir nur zwei verloren – und das gegen wirklich starke Gegner, die am Ende ins Finale gekommen sind.“ Und richtig stolz ist die Mannschaft auf ihren Torwart Dennis Molt, der von Bundestrainer Jiri Pacourek für das Team Germany ausgewählt wurde und im August mit zur Weltmeisterschaft nach Polen fahren darf. „Dennis hat hier eine super Leistung gezeigt“, so Pacourek. „Der Junge hat großes Potential.“ Doch die sportliche Eignung stellte nur einen Grund für die Entscheidung des Bundestrainers dar. „Ich habe bei jedem Spieler mit den Sozialarbeitern Rücksprache gehalten, ob meine Entscheidung auch pädagogisch vertretbar ist.“ Denn letztlich geht es beim Straßenfußball darum, Menschen in sozialen Notlagen Halt zu geben und Perspektiven zu eröffnen. „Beim Fußball finden die Jungs ihren Platz in einem Team“, so der Lübecker Trainer Baars. „Dadurch entwickeln sie allmählich Selbstbewusstsein und ein neues Verhalten.“

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