Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 02. Juli 2013

Lisa wieder in Lübeck

Kraweel hatte Glück im Unglück - Werftaufenthalt in Sicht

Lübecks Flaggschiff auf dem Wasser, die Lisa von Lübeck, hat am 26. Juni wieder an ihrem Liegeplatz auf der nördlichen Wallhalbinsel festgemacht. Trotz lädiertem Vorschiff hat die Lisa am vergangenen Wochenende rund 50.000 Besucher beim ersten Lübecker Shanty-Festival in Travemünde begrüßt. Die Kraweel war in niederländischen Gewässern von dem russischen Segelschulschiff Sedov gerammt worden, nachdem der Großsegler vom Ebbstrom erfasst und gegen die Lisa gedrückt wurde. Laut Eike Lehmann, Vorsitzender der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck e.V., hatten die Lisa und ihre Crew Glück im Unglück. „Die Sedov hat uns nur Vorne erwischt. Hätte das Schiff uns quer erwischt, wären wir untergegangen." Bei der Kollision entstand an der Lisa von Lübeck erheblicher Schaden. Lehmann rechnet mit rund 250.000 Euro. Hans Heuer, einer von drei Kapitänen auf der Kraweel, war beim Zusammenstoß an Bord der Lisa von Lübeck. Heuer hat die Kollision kommen sehen.

„Hauptsache kein Mensch wurde verletzt“

Lisa-Seemann: Die Kollision hätte vermieden werden können

Bewegende Momente an Lübecks Kaimauer: Marion Baars, Ehefrau von Lisa-Kapitän Dieter Baars, nahm ihren Seemann nach zweiwöchigem Segeltörn mit Havarie vor Holland erleichtert wieder in Empfang. „Ich bin so froh, dass unsere Jungs alle wieder heile da sind - die kann man aber auch nicht alleine lassen“, sagte Marion Baars augenzwinkernd, während die Lisa-Crew winkend wieder in ihren Heimathafen einlief.

Berührt von der Kollision in Holland ist auch der Erbauer der Lisa von Lübeck, Bootsbaumeister Heino Schmarje, der am Tag der Heimkehr Geburtstag gefeiert hat. Die beschädigte Stelle am Bug des Schiffes sei so empfindlich wie eine Fingerspitze. „Da läuft alles im Schiff zusammen, das wird sehr aufwändig das alles wieder zusammenzubauen. Schlimmer wäre es gewesen, wenn es die Lisa mitschiffs getroffen hätte.“ Die Kollision sei ärgerlich, die Reparatur hingegen durchaus machbar, so Schmarje.

Hans Heuer, einer von drei Kapitänen auf der Lisa, hatte Freiwache als die Sedov mit vier bis fünf Knoten auf die Lisa zusteuerte. „Die Sedov hatte an Backbord Manöver gegeben und ist dann mit dem Ebbstrom auf uns zugetrieben. Der Segler konnte nicht mehr ausweichen und dann hat die Sedov auch schon den Klüver erwischt und sich parallel zu uns hingelegt und den Schaden angerichtet.“

Eike Lehmann, Vorsitzender der Gesellschaft Weltkulturgut, ist erleichtert, dass bei der Kollision niemand verletzt wurde. Während die Sedov lediglich ein paar Schrammen abbekommen habe, müsse sich die Lisa-Crew jetzt um einen kompletten Klüverbaum kümmern und das vordere Kastell, das sich an Steuerbord verzogen hat, wieder aufbauen. „So ein Klüverbaum, der steht ja nicht bei Karstadt im Fenster“, sagt Lehmann mit Blick auf den abgelagerten Holzstamm, der jetzt erstmal organisiert werden müsse.

Hans Heuer indes vermutet, dass die Kollision vermeidbar gewesen wäre: „Es wär zu vermeiden gewesen, wenn die Schiffsleitung auf der Sedov den Kurs gerade gehalten hätte und nicht das Backbord-Manöver eingeleitet hätte.“           Jel

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