Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. Juli 2013

Die Welt zu Gast in Lübeck

Jetzt gehört die Perle an der Trave wieder den Touristen

Die Hansestadt Lübeck ist jetzt wieder fest in Touristenhand, Fotoapparate und Videokameras sind auf die Kulissen des Welterbe gerichtet und Lübecks Museen locken die Besucher in das Innere der Hansewelt. Nach Angaben des Bereiches Logistik, Statistik und Wahlen der Hansestadt Lübeck geht der Urlaubstrend weiterhin zu Kurztripps und WochendStädtetripps. Die nicht repräsentative Umfrage unter einigen Lübeck-Touristen hier bestätigt aber diese Tendenz. Nach einem ungemütlichen April kamen nach Angaben der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) 2,8 % mehr Personen in den Übernachtungsbetrieben an (43.428). Diese wiederum erreichten 5,2 % mehr Übernachtungen (81.770), was eine etwas längere Verweildauer ergab (1,88 Tage). Vor allen Dingen haben die ausländischen Besucher zu diesen Ergebnissen beigetragen (+ 18,8 % Ankünfte und + 16,6 % Übernachtungen), die Deutschen erreichten in etwa das Vorjahresergebnis. Die Auslastung der Bettenkapazitäten erhöhte sich um 1,3 %-Punkte. In Travemünde ging die Zahl der Besucher um 2,6 % nach oben (15.866). Die Übernachtungen erhöhten sich dazu sogar um 16,4 % (54.951). Entsprechend die Verweildauer: fast 3,5 Tage gegenüber 3,0 Tage im Vorjahr. Hier waren die deutschen Gäste ausschlaggebend. Bei gleich gebliebener Bettenzahl erhöhte sich die Auslastung um 2,3 % Punkte. Jel/LTM

Diego Pizarro ist für sechs Wochen zu Gast an Lübecks Musikhochschule. Der Costa-Ricaner will in der Operngesangsklasse des Musikhochschul-Dozenten Michael Gehrke seine Tenorstimme schulen. Wenn Pizarro nicht probt, schlendert er mit seinem Kommilitonen Daniel Schliewa, der 19-Jährige studiert ebenfalls an der Musikhochschule, durch die Stadt. Nach dem Aufenthalt in Lübeck geht‘s zurück nach Costa Rica mit der Hoffnung jetzt ein besserer Sänger geworden zu sein. Pizarros Wunsch ist es, in Mailand oder London zu singen. Der Costa-Ricaner ist optimistisch: „Wenn man für seine Träume kämpft, dann ist alles möglich.“

Die japanische Delegation des Lions-Clubs aus der Provinz Yamagata war zu Gast beim Welttreffen der „Löwen“ in Hamburg. Rund 18.000 Teilnehmer haben sich am Sonnabend, dem 6. Juli, an der schillernden Parade durch Hamburgs City beteiligt. Weil Shoko Yokoyama, Makoto Sakaibara, Ryoko Yashiro und Taketo Nishimura kein Hotelzimmer mehr in der Elbmotropole gefunden haben, hat die japanische Delegation an der Trave eingecheckt. „Lübeck-City is a national heritage - that‘s great“, lobt Taketo Nishimura das Welterbe bevor es zurück nach Hamburg geht, um dort Japans Lions-Kandidaten zu unterstützen.

Postkarten-Grüße aus Lübeck nach Peking: Xue Fang Liu hat nur wenig Zeit. Am 20. Juli geht es wieder zurück nach China. Bis dahin nutzt die Managerin einer Immobilienfirma aus Peking jede Minute um das teure Visum und die kurze Verweildauer auszukosten. Nach einer Stippvisite durch Lübecks Breite Straße geht‘s zurück zu einer Freundin nach Schwerin. Von dort aus nach Berlin, dann mit dem Flieger nach Paris, anschließend nach Frankfurt. München steht auch noch auf dem Zettel. Da bleibt bei dem Sauseschritt durch Europas Kulturlandschaft nur noch wenig Zeit, Zeit für ein paar Postkarten aus der Hansestadt Lübeck.

Schweden-Urlauber aus Deutschland besuchen Blekinge in Südschweden häufig, um dort Elche zu fotografieren und Elch-Schilder vom Straßenrand abzuschrauben, zumindest erzählen das die drei Handwerker Tim Gustaffson, David Uddmark und Mons Larsson, die über Rødby-Puttgarden für zwei Tage nach Lübeck gekommen sind und es sich zur Mittagszeit in einem Lokal gemütlich gemacht haben.Die Handwerker wollen sich für Lübecks Partyleben stärken. Mit Historie und Backstein haben die Drei nichts am Hut - eher mit der Lage des versteckten Lübecker Beachclubs: „Wo geht‘s hier zum Strand-Salon?“

Kurzer Kreuzfahrt-Stopp in Lübeck: Lee Li-Wei und Ho Wan-Jung sind per Kreuzfahrtschiff nach Lübeck gereist. Knapp einen halben Tag haben die beide Zeit sich Lübeck anzusehen, ein bisschen Zeit für flüchtige Blicke auf die „Amazing Brickbuildings“, den Backstein und das schiefe Holstentor. Historische Gebäude wollen die beiden sehen. Denn in Taiwan sind historische Bauten rar. Metropolarchitektur, moderne Hochhäuser haben traditionelle Häuser aus Holz ersetzt. Geschichte sei archtektonisch nicht mehr erfahrbar. Das sei in Lübeck gänzlich anders. „Here we can see the history. Back to the old times“, sagt Ho Wan Jung.

Gut, dass die Infotexte im Lübecker Holstentor jetzt zweisprachig sind. Das erleichtere wirklich den Zugang zur hanseatischen Vergangenheit, die Thomas Jessing aus dem dänischen Aarhus seinen Kindern Asfrid, Silja und Jonas bei einem Kurztripp nach Lübeck zeigen will. Neben Geschichtsvermittlung interessieren sich Camper aus Neustadt vor allem dafür, wie viel historische Bausubstanz den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Wenn 2015 das Hansemuseum seine Pforten öffnet, dann freut sich der Museumsfan Thomas Jessing über ein weiteres Highlight in Schleswig-Holsteins Museenlandschaft.

Aus Berlin und Bremen sind Wolfgang Felber und Elaine Rudolphi angereist, um sich ausgewählte Geschichte, Kunst und Historie gründlich anzusehen. Felber ist Flughafenseelsorger, zuständig für Berlin Tegel und Schönefeld und bald auch für den Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“. Rudolphi ist Theologin und managt europaweit für den Jesuiten-Orden, („der neue Papst ist Jesuit“), die Netzwerkarbeit. Die Jesuiten, so erklärt Rudolphi, gehen dorthin, wo andere nicht hingehen und setzen sich parteilich für Benachteiligte ein. In Brüssel, da hat Rudolphi geholfen, eine Suppenküche zu koordinieren.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de