Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 06. August 2013

Kita-Ausbau: Nach Quote kommt Qualität

Kristina Schröder hat sich Betreuung im Hochschulstadtteil angesehen

Wohltuende Worte in den Ohren der beiden Lübecker Tagespflegemütter Undine Haeseler und Sabine Warnick: „Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, zu zwei Tagesmüttern zu gehen, weil ich mich ärgere, wenn öffentlich so getan wird, als seien Kitas prinzipiell was Besseres als Tagespflege“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder mit Blick auf Eltern, die sich Tagespflege als Wahlmöglichkeit wünschen. In der 90-Quadratmeter-Wohnung der Tagespflege „Mäusenest“ an der Karoline-Herschel-Straße im Lübecker Hochschulstadtteil tummeln sich die Medien. Dort, wo sonst Magnus, Johanna, Lia-Fabienne, Mads-Bjarne und Arthur-Connor auf hellem Flokati Lego spielen, haben drei Fernseh-Teams  schwere Stative in Position gebracht.Schleswig-Holsteins Landessozialministerin Kristin Ahlheit und Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe loben zusammen mit der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder den gelungenen Kraftakt für den Kita-Ausbau. 813.000 Betreuungs-Plätze - rund 30.000 Plätze mehr als geplant gebe es im Kindergartenjahr bundesweit. In Lübeck sind es nach Angaben der Stadt 7.350 Kita-Plätze in 120 Einrichtungen - 1.900 davon für Kinder unter drei Jahren.Die rund 800.000 Plätze sieht der Präsident des Deutschen Städtetages, Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly, eher kritisch. Denn das Statistische Bundesamt habe bei einer Kopf-Zählung im März 2013 lediglich 597.000 Plätze für Kinder unter drei Jahren gezählt. „Keiner glaubt, dass die von der Bundesregierung unterstellten durchschnittlich 39 Prozent als Vollversorgung am Ende in Großstädten genügen werden“, sagte Maly dem Evangelischen Pressedienst.Also alles Quoten-Kuddelmuddel? „Naja, der Bedarf schwankt vor Ort. Der Durchschnittsbedarf liegt bei 39 Prozent, da wurde kommunikativ versucht die Schuld auf den Bund zu schieben, obwohl von Anfang an klar war, dass der Bedarf in den Städten deutlich höher liegt“, erklärte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder.Im „Mäusenest“ kümmern sich zwei Kindertagespflegepersonen, so die offizielle Bezeichnung um die Kleinen. „Zehn Kinder sind optimal für zwei Betreuerinnnen“, sagt Undine Haeseler, die mit den Kleinen häufig in den Wiesenlandschaften im Hochschulstadteil unterwegs  ist und auch musikalische Früherziehung in ihrem Kita-Programm hat.In Lübecks neuem Boom-Stadtteil sind Kita-Plätze offenbar rar. Eine Erzieherin, die ihren Namen nicht nennen mag, spricht von langen Wartelisten und Losverfahren. Hier einen Kitaplatz zu finden, das sei eher Glücksache. „Die Nachfrage ist zu hoch, das Angebot zu klein“, sagt die Erzieherin, die durch den Kita-Ausbau vor allem Mehrarbeit und Qualifizierungsdruck auf die Erzieher und Erzieherinnen zukommen sieht.Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sieht die Verantwortung für die Erzieher-ausbildung und die Bezahlung beim Land und den Kommunen. Dennoch gebe der Bund den Ländern zukünftig jährlich 845 Millionen Euro für die Personal- und Betriebskosten. „Ohne Qualität ist auch die Quantität nichts. Es kommt auf beides an“, so Schröder.Marit Dokic (37) aus St. Lorenz-Nord hat einen Krippen-Platz für ihre beiden Zwillinge gefunden: „Ich habe mich bei mehreren Kitas auf die Wartelisten setzen lassen. Jetzt haben wir zwei Ganztagesplätze bekommen“, sagt Dokic erleichtert. Beworben habe sie sich aber auch bei Tagespflegeeinrichtungen. Denn im Februar seien die Aussichten einen Kita-Platz zu finden bei weitem nicht optimal gewesen. „Es gab 50 Bewerbungen auf fünf freie Kita-Plätze - aber mittlerweile hat sich ja viel getan und es wird viel gebaut“, sagt Marit Dokic. Den Kita-Ausbau in der Hansestadt sieht die Lübeckerin positiv, merkt aber an, dass die Öffnungszeiten weiter an die Bedürfnisse der Eltern angepasst werden müssten. „Wer Schichtdienst arbeitet, für den ist das Ganze schwer zu organisieren.“Mehr Flexibiltät in der Betreuung wünscht sich auch Familie Hitscher aus Rondeshagen. „Wir hatten Glück, dass wir Kita-Plätze für unsere Kinder bekommen haben, aber wir haben unsere Kinder ja auch schon während der Schwangerschaft für einen Betreuungs-Platz angemeldet“, sagt Jan Hitscher. Jel

 

Hier werden ab August 2013 neue Kita-Angebote geschaffen

St. Jürgen

Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein
Telefon 0451/5003136
Neubau Kita Schule Grönauer Baum: 20 neue Krippenplätze und 40 Elementarplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014

Johanniter Unfallhilfe e. V.
Telefon 0451/5801021
St. Hubertus, Neubau: 20 Krippenplätze und 20 Elementar
voraussichtl. ab Anfang/Mitte 2014

 Stoppelhopser e. V.
Telefon 0451/3909-142
im Hochschulstadtteil, eine altersgemischte Gruppe
Fertigstellung steht noch nicht fest


Moisling

Kita Brüder-Grimm-Ring /
Hansestadt Lübeck
Telefon 0451/122 -5115
Nach Neubau der Kita entstehen neue Krippenplätze, rund 15 Plätze ganztags
voraussichtl. ab Anfang 2014

 

Buntekuh

Sprungtuch e. V.
Telefon 0451/7060434
Neubau Korvettenstraße, 30 neue Krippenplätze und 40 Elementarplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014

 

St. Lorenz Nord

 Kita St. Matthäi Kitawerk, Gemeindediakonie
Telefon 0451/7902-170
Brokesstraße, 25 neue Krippenplätze und 35 Elementar
voraussichtl. ab Frühjahr 2014

Kinderhaus Blauer Elefant Deutscher Kinderschutzbund
Telefon 0451/31700210
Schwartauer Landstr., Neubau/ Anbau, es entstehen 20 neue Krippenplätze und 10 Elementarplätze
voraussichtl. ab Frühjahr 2014
 

Johanniter Unfallhilfe e. V. Telefon 0451/5801021
Kita-Neubau Herrendamm,
30 neue Krippenplätze und
40 neue Elementarplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014 

Kinderwege gGmbH,
Telefon 0451/31701430
(über Sport-Kita)
Neubau im Gewerbegebiet Roggenhorst, 10 Krippenplätze, 10 Elementarplätze
voraussichtl. ab August 2013

 

St. Gertrud

Familienbildungsstätte/
Kitawerk der Gemeindediakonie
Telefon 0451/7902-170
Jürgen-Wullenwever-Straße, 
2 Gruppen, 15 Krippenplätze, 10 Elementarplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014

 

Schlutup

Kita Beim Meilenstein/
Hansestadt Lübeck
Telefon 0451/122-5115
Neubau Kita an der Schule Beim Meilenstein: 20 neue Krippenplätze und 35 neue Elementarplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014

 

Kücknitz

Kita Spielen und Lernen/Deutscher Kinderschutzbund,
Telefon 0451/302209
Neubau Tilsitstraße, es entstehen 15 neue Krippenplätze und 10 Elementarplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014

Kita/Familienzentrum der AWO
Telefon 0451/305208
Redderkoppel, Schule Kirchplatz: 20 neue Krippenplätze und 20 Elementarplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014

Kita St. Johannes/Kitawerk der Gemeindediakonie
Telefon 0451/7902-170
Neubau in der alten Post/Straßen-feld: 20 neue Krippenplätze
voraussichtl. ab Anfang 2014

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