Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 03. September 2013

Ungesühnt

Autor: Ragnar Lüttke

Linke

Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen und begann damit den 2. Weltkrieg dem 60 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Ein besonders dunkles Kapitel dieses Krieges war die NS-Militärjustiz. Meist wurden von den Richtern Todesurteile, für Verfehlungen wie Befehlverweigerung, Fahnenflucht oder sogar Kameradendiebstahl verhängt. Der Lübecker Gerhard Gaul war zwischen 1941/42 und 1944/45 NS-Marinerichter. Aus Unterlagen ist belegt, dass Herr Gaul den Norweger Finn Hauge, den Matrosen Karl-Heinz Lichter und den Matrosen Walter Rötcher zum Tode verurteilt hat. Außerdem ist bekannt das Herr Gaul mindestens an vier weiteren Todesurteilen maßgeblich beteiligt war. Als Rechfertigung für ein Urteil gegen einen Kriegsverweigerer sagte Herr Gaul im Jahre 1942: „Asoziale Elemente wie der Angeklagte müssen rücksichtslos ausgemerzt werden!“ Herr Gaul wurde 1959 in die Lübecker Bürgerschaft gewählt und war von 1959 bis 1962 ehrenamtlicher Senator der Hansestadt, von 1962 bis 1966 und 1974 bis 1979 als Stadtpräsident deren höchster Vertreter. Die Hansestadt Lübeck hat das Wirken des Herr Gaul als Marinerichter bis heute nicht aufgearbeitet. Für DIE LINKE. steht fest - nie wieder Krieg.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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