Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 10. September 2013

Lübeck gibt Flüchtlingen eine Chance

„Deutsch als Zweitsprache“ an der Gewerbeschule für Nahrung und Gastronomie

Die Hansestadt Lübeck hat zum kürzlich begonnenen Schuljahr an der Gewerbeschule für Nahrung und Gastronomie eine Klasse „Deutsch als Zweitsprache“, kurz DaZ-Klasse, eingerichtet. Dreizehn junge Menschen wollen dort die deutsche Sprache lernen, um sich eine Chance zur Integration und zur Berufsausbildung aufzubauen.

Ein Schuljahr lang stehen Deutsch, Mathe, Englisch, Gesellschaftskunde und ein Praxistag pro Woche auf dem Stundenplan. „Es bereitet Freude, mit den jungen Leuten zu arbeiten“, beschreibt Henning Brusdeilins als Abteilungsleiter Berufsvorbereitung die ersten Schulwochen in der DaZ-Klasse.

Die meisten von den zwölf Jungen und einem Mädchen im Alter von 15 bis 24 Jahren sind als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und haben es als unbegleitete minderjährige oder alleinstehende junge volljährige Flüchtlinge aus Ländern des Nahen Ostens bis nach Schleswig-Holstein geschafft. „Lebenshilfe und Lebenskunde vermitteln wir mit Sprache und Zuwendung. Die Hilfe der jungen Menschen steht im Vordergrund unserer Arbeit“, erklärt Schulleiter Stephan Ruscheck. Diese neue Schulklasse wurde durch die Hansestadt Lübeck mit einer Kombination aus Geldern des Landes und Geldern aus der kommunalen Schulsozialarbeit in enger Abstimmung mit dem Kooperationspartner Sprungtuch e.V. erstmals an einer Berufsschule in Lübeck möglich.

„Bislang hatten wir Einzelschicksale in verschiedenen Klassen, denen man nicht gerecht werden konnte. Nun haben wir die Nachfrage und machen ein sozialpädagogisch-integratives Paket daraus“, beschreibt der Schulleiter. „Wir sind die erste Gewerbeschule in Lübeck, die junge Menschen mit unserem Berufsbild integrationsfähig machen und dieses Schulangebot als Chance für den Aufbau eines DaZ-Zentrums nutzen will.“

Auch wenn das Schuljahr noch recht jung ist, zeichnet sich laut Aussage des Klassenlehrers bereits ab, dass eine Querversetzung während dieses Schuljahres möglich sein könnte, um zwei jungen Männern zum Sommer nächsten Jahres den Hauptschulabschluss zu ermöglichen. Sollten sich die Deutschkenntnisse zügig verbessern, freuen sich weitere Schüler von der Nachrückerliste auf diese Klasse und ihre Chance, eine Schul- und Berufsausbildung zu erhalten. „Es wäre viel erreicht, wenn es die Gleichstellung von Berufsschulpflichtigen und nicht Berufsschulpflichtigen mit Flüchtlingsstatus geben würde“, wünscht sich Schulleiter Ruscheck. „Hier ist die Landesregierung in Kiel gefragt. Gerade an dieser Stelle kann dem Fachkräftemangel entgegengetreten werden und zwar durch Förderung motivierter junger Menschen, die bereits in Deutschland sind.

Die gesetzlichen Hürden aus dem Weg zu räumen, wie Bayern dies vorbildlich getan hat, steht jetzt für Schleswig-Holstein an“, sagt Senatorin Annette Borns, „Die Hansestadt Lübeck hat als Partner ihre zuständigen Stellen in einer Arbeitsgruppe organisiert, um weitere konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation junger Flüchtlinge zu gehen und ihnen eine Zukunft zu eröffnen.“

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