Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 10. September 2013

So sehen Archäologen das Hansemuseum

Architekt Andreas Heller präsentierte Hansemuseums-Konzept vor Archäologen

Mehr als 400 Altertumsforscher haben in der vergangenen Woche an der 80. Tagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung in Lübeck teilgenommen. „Lübeck ist in dieser Woche die Hauptstadt der Deutschen Archäologie“, sagte der Verbandsvorsitzende Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim bei der Präsentation des 30-seitigen Vortragsprogrammes in den Räumen der Lübecker Musikhochschule. Die Fachgruppe Archäologische Museen und Sammlungen startete in der Holstentorhalle mit einem Vortrag des Hansemuseums-Architekten Andreas Heller. Einige Archäologen äusserten im Anschluss gegenüber der SZ Kritik an der geplanten Integration archäologischer Funde. Dieter Bischop, Archäologe in der Stadt Bremen, hält die archäologischen Schätze, die zuvor im Lübecker Beichthaus präsentiert worden sind für einmalig. Das Hansemuseumskonzept hingegen, verfolge mit der geplanten Integration seiner „dreidimensionalen Schmankerl“, gemeint sind Kloaken und Mauerreste, einen zu globalen Ansatz. „Das Europäische Hansemuseum wird einerseits super, auf der anderen Seite wird die bestehende archäologische Sammlung zerrissen“, so Bischop. Dr. Rainer Atzbach aus Aarhus in Dänemark ist wenig angetan. Die zukünftige Präsentation orientiere sich primär an gestalterischen Richtlinien und beweise, dass Archäologie im Europäischen Hansemuseum inhaltlich gar keine Rolle spiele. Atzbach: „Das wird eine Mickey-Mouse-Disney-Ausstellung, die weder Lübeck noch der Hanse gerecht wird.“ Florian Westphal, Archäologe aus Schöningen hat der Heller-Vortrag gut gefallen. Die anschließende Diskussion hingegen, habe ihn überrascht. „Die Hansemuseums-Umsetzung überzeugt, aber die sehr starke Archäologie in Lübeck hat offenbar nicht das Gehör für ihre Vorstellung gefunden.“ Gunter Schöbel, Archäologe aus Uhldingen-Mühlhofen, hält das Hansemuseum allein für architektonisch intendiert. Moderne Museen hingegen, müssten versuchen nicht nur das elitäre Publikum zu befriedigen sondern die gesamte Bevölkerung.       Jel

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