Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 09. Februar 2010

Anti-Baby-Pille

Autor: Gregor Voht

BfL - Bürger für Lübeck

Die Linke hat ein Modellprojekt für eine Finanzierung von Anti-Baby-Pillen für bedürftige Frauen (SGB II und SGB XII) beantragt. Nach 3 Jahren Testlauf soll dann geprüft werden, inwieweit die Abgabe von Anti-Baby-Pillen einen Einfluss auf die Anzahl von Schwangerschaftsabbrüchen hat. Diese Prüfung ist sicher sehr interessant, würde ein Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche durch ein solches Projekt doch bedeuten, dass Frauen schlicht aus Geldmangel ungewollt schwanger werden. Erhebliche Zweifel haben die Bürger für Lübeck jedoch trotzdem. Der Antrag beruht inhaltlich und in großen Teilen auch wörtlich auf einer Initiative der FDP im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Dort wird das Thema seit dem letzten Jahr wieder verstärkt diskutiert. Es stellt sich also die Frage, ob es vor diesem Hintergrund Sinn macht, dass Lübeck ein solches Modellprojekt im kleinen Maßstab umsetzt. Es ist zu überlegen, ob nicht viel mehr auf Landesebene ein gemeinsames Projekt mit Mecklenburg-Vorpommern angestrebt werden könnte. Verschiedene nicht mit einander abgestimmte Modellprojekte auf unterschiedlichen Ebenen und die damit verbundene Datenerhebungen wären unproduktiv und würden unnötig Steuergelder verschlingen. Für ein kommunales Projekt in Lübeck würde es außerdem immer noch das Problem der Finanzierbarkeit geben. Es müsste eine Variante ohne Belastung des kommunalen Haushalts gefunden werden, eine bekanntermaßen nahezu aussichtslose Aufgabe. Die Bürger für Lübeck hoffen auf eine konstruktive Diskussion im Interesse der Sache und gehen davon aus, eine einvernehmliche Lösung finden zu können.

V.i.S.d.P.: Dr. R. Mildner

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