Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 09. Februar 2010

Falsch sparen rächt sich bitter

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Kommunalpolitik darf sich nicht in Tagesaktualität erschöpfen, sondern muss Entwicklungen im Auge behalten, die weit in die Zukunft reichen. Während derzeit der Zustand unseres winterlichen Verkehrsnetzes und die Diskussion um Millionenkosten des Flughafens alles überlagern, bekommen Fragen des Sozial-etats wenig Resonanz. Immerhin stellte jetzt die Hansestadt eine Steigerung der Zuschüsse für den Bereich Kinder und Frauen in Höhe von rund 16 Prozent in Aussicht. Dies ist auch dringend nötig, nachdem dort sechs Jahre lang radikal gekürzt worden war. Unsere Schulen und Kindergärten können ohne Unterstützung von privaten Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern die täglich notwendigen Dinge und Belange längst nicht mehr regeln. Auf dieser beschämenden Abwärtsfahrt befinden wir uns seit Jahren. Die Betroffenen - Lehrer, Eltern, Erzieher und Sozialarbeiter, sowie die Kinder und Jugendlichen auf der anderen Seite - können sich gegen die schleichende Verschlechterung nicht wehren. Die Folgen der Vernachlässigung werden oft erst mit großer Zeitverzögerung sichtbar und kosten dann ein Vielfaches von den einstmals nicht eingesetzten Mitteln. Wenn eine Stadt wie Lübeck einen Großteil ihrer Einnahmen für Zinszahlungen verwenden muss, weil sie auf einem riesigen Schuldenberg sitzt, wird der Spielraum für wichtige Investitionen immer enger. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, das Kinder und Jugendliche Lübecks Zukunft bedeuten und von uns ganz besondere Fürsorge benötigen. Gezielte Anstrengungen an dieser Stelle sind allemal sinnvoller, als Millionen für fragwürdige Infrastrukturprojekte.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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