Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 29. September 1998

Stau an der Urne

Anerkennung für Arbeit der Wahlvorstände

Gewappnet mit Thermoskanne, Gebäck oder einem Leberwurstbrot öffneten die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in der Hansestadt Lübeck um Punkt acht Uhr am Sonntag morgen die Wahllokale.

Bereits um zehn Minuten vor acht warteten die ersten Wählerinnen und Wähler vor den Türen, um ihre Stimme abzugeben - zumeist ältere Mitbürger, die ihre "Pflicht" sofort erfüllen wollten.

Aufgrund des Regens am Vormittag war es aber schnell sehr ruhig an den Wahlurnen. Nur vereinzelt kamen die Wählerinnen und Wähler in die Wahllokale. Der richtige Ansturm kam dann ab 13 Uhr: Kaum kam die Sonne heraus, unternahmen viele ihren Verdauungsspaziergang - in Richtung Wahllokal. Teilweise bildeten sich sogar Schlangen vor den Räumen, und das Falten der Wahlzettel sorgte noch zusätzlich für "stop and go".

Vielerorts wurde gegen 16 Uhr schon eine Wahlbeteiligung von über
70 Prozent im jeweiligen Wahlbezirks gezählt.

Allerdings lag die Wahlbeteiligung beim Volksentscheid "Wir gegen die Rechtschreibreform" bedeutend niedriger. Viele Wähler nahmen ihr Wahlrecht gar nicht erst wahr und gaben nur ihre Erst- und Zweitstimme für den Bundestag ab. Gerade der Stimmzettel für den Volksentscheid erforderte viel Geduld von den Wahlvorständen. Obwohl in allen Wahllokalen die Erklärung zum Stimmzettel aushing, ließen sich viele Wählerinnen und Wähler die Möglichkeiten der Stimmvergabe noch einmal genau erklären. Zu umständlich war das System der Fragestellung. Vereinzelt wurden Stimmen laut, daß man man diesen Stimmzettel anfechten sollte. Er sei nicht eindeutig, deshalb könne man das Kreuz ungewollt an die falsche Stelle setzen.

Es gab auch ein paar nette Überraschungen für die Wahlvorstände. Da wurde selbstgebackener Kuchen oder frischer Kaffee von Wählern und Wählerinnen mitgebracht, weil "die doch jedes Mal hier sitzen und immer so nett und freundlich sind ".

Tatsächlich sind einige der freiwilligen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer schon zum 10., 20. oder sogar schon zum 30. Mal im Wahlvorstand vertreten. Meistens sind sie immer im gleichen Wahlbezirk tätig und kennen ihre "Leutchen" daher schon ganz gut. Da kann es dann sogar passieren, daß eine gut gekühlte Flasche Sekt herübergereicht wird - damit die fleißigen Helfer nach getaner Arbeit und dem Auszählen der Stimmen anstoßen können.

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