Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 18. August 2019

Ausgabe vom 29. September 1998

Theaterporträts

Höhenflüge

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Renée Sessely; Foto: TL

Die Sängerin Renée Sessely

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Die Sopranistin Renée Sessely

Sie kam erst nach der Wiedereröffnung des sanierten Hauses - und doch wähnt der Musikfreund Renée Sessely bereits seit Jahren in Lübeck. Das liegt daran, daß die sympathische Sopranistin mit dem hellen Timbre schon elf große Partien in den beiden Spielzeiten gesungen hat. "Ich werde verwöhnt", bekennt denn auch die junge Schweizerin. Sie stammt aus Solothurn, wo sie noch während der Schulzeit privaten Gesangsunterricht nahm und diesen dann beim bekannten Tenor Franco Corelli fortsetzte, sommers in Italien, winters in den USA. Den letzten Schliff für ihre Höhenflüge erhielt sie im Opernstudio des Theaters im schweizerischen Biel, wo sie dann ihr Diplom machte. Hier kamen denn auch die ersten Rollen - und gleich so anspruchsvolle wie die Traviata, die Maria Stuarda und die Susanna in "Figaros Hochzeit".

Diese Partien gaben den Ausschlag für das anschließende Engagement in Lübeck. Mit der Micaela in "Carmen" gab Renée Sessely einen überzeugenden Einstand, es folgten unter anderem Donna Elvira ("Don Giovanni"), die Susanna, Traviata, Gilda in "Rigoletto" Manchmal war ihrer Stimme die große Belastung anzumerken:"Wir sind nur ein kleines Ensemble und die Partien oft doppelt besetzt, um einander zu entlasten." Die Entlastung - bislang das Alternieren mit Barbara Spieß - führte allerdings zu neuer Belastung, da jede Rolle ja auch einstudiert werden muß.

In dieser Saison gibt es für Renée Sessely erneut reichlich zu tun. In der "Liebe zu den drei Orangen" ist es nur eine kleine Partie, doch die Lucia di Lammermoor, die Constanze in der "Entführung" und die Nanetta in "Falstaff" haben es in sich, dazu kommen Sandmännchen/Taumännchen in "Hänsel und Gretel"; auch die Leila in Bizets "Perlenfischern" ist nicht ohne - aber die wird französisch gesungen:In der Originalsprache geht's allemal leichter. Reine sängerische Opern sollten stets im Original gebracht werden, meint die Sopranistin und freut sich, daß Italienisch in Lübeck inzwischen "recht gut angenommen wird".Güz

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