Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 25. August 2019

Ausgabe vom 29. September 1998

Kinder kitzeln Kühe an den Ohren

Woher kommt eigentlich die Milch? Kindertagesstätte Brüder-Grimm-Ring begab sich auf Spurensuche

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Besuch im Kälberstall: Vor den "Baby-Kühen" hat Carolin berhaupt keine Angst; Fotos (3): C. Przywara

Woher kommt eigentlich die Milch, die jeden Morgen in großen Flaschen im Kindergarten abgeliefert wird? Die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte (Kita) aus dem Brüder-Grimm-Ring gingen auf Spurensuche: Diese führte sie zur kleinen Bauernmeierei Kuhrt in Mönkhagen vor den Toren Lübecks. Diese versorgt seit Mai sämtliche städtische Kindertagesstätten mit Milch - rund 1500 Liter wöchentlich.

Während der kurzen Busfahrt erfuhren die Kleinen bereits von ihren Erzieherinnen, wie die Kinder der Kühe genannt werden. Doch als die 14köpfige quirlige Schar vor den Kälbern stand, da quietschte eins der Kinder: "Das sind ja Baby-Kühe." Regina Kuhrt, die gemeinsam mit ihrem Mann Boy die Meierei betreibt, fütterte die Kälber mit Kraftfutter: "Das schmeckt denen so gut wie euch die Schokolade", erklärte sie.

Von den gerade vierwöchigen Kälbern ging die Hofführung zu den dreimonatigen Jungtieren, die ebenfalls tüchtig gestreichelt wurden. "Tschüs" riefen ihnen die Kinder zu, als es dann weiter zu den 70 Milchkühen ging. Die Kinder kitzelten sie an den Ohren, doch als die Kühe ihre großen Köpfe heftig bewegten, brachten sie ihnen schon mehr Respekt entgegen. Auch dem Bullen Valencia mit dem Ring durch die Nase statteten die Kinder einen Besuch ab. "Der sieht gar nicht so bullig aus", fanden sie.

Regina Kuhrt und ihre Praktikantin Barbara Friedeck beantworteten die zahlreichen Fragen der Kleinen. Sie erklärten, daß die Kühe der Kuhrts an den Schildern an den Kuh-Ohren zu erkennen sind und daß die Gülle durch die Spalten in das Güllefaß ablaufen kann. Die Jungen und Mädchen erfuhren, welchen Weg die Milch in der Meierei nimmt - vom Euter bis zum großen 2000-Liter-Milchtank.

Wie Butter gemacht wird, das durften die Kinder gleich selbst ausprobieren: Mit Engelsgeduld schüttelten sie Gläser, in denen sich Sahne befand, bis diese fest wurde und sich die Buttermilch absetzte. Am Butterfaß wurde heftig gedrängelt, denn alle wollten mal beim Waschen der Butter an der Handkurbel drehen. Regina Kuhrt zeigte, wie aus dem riesigen Butterkloß lauter appetitlich abgepackte Butterstückchen geformt werden - sogar mit Blumenmuster. Ein paar davon nahmen die Ausflügler für das Frühstück in der Kita am nächsten Tag mit. Da wurde all das, was sie am Vortag gesehen und erlebt hatten, gleich wieder lebendig, und die Kinder erzählten noch tagelang von der Kuh Sitata, den Kälbern und vom Buttermachen.

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